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Schlaganfall: Wie erkennt man die Symptome?

Betroffene und Helfer wissen oft nicht, was bei einem Schlaganfall zu tun ist; manchmal wird er gar nicht erst erkannt. Wie Sie die Symptome eines Schlaganfalls erkennen, richtig reagieren und vielleicht sogar Leben retten können: Jedes Jahr erleiden in Österreich etwa 24.000 Menschen einen Schlaganfall. Frauen haben ihren ersten Schlaganfall durchschnittlich später als Männer. Doch ein Schlaganfall ist keine Frage des Alters, denn auch bei jungen Menschen nimmt die Gefährdung zu. Ein gesünderer Lebensstil kann dem Risiko eines Schlaganfalls entgegenwirken. Welche Symptome bei einem Schlaganfall auftreten, wie Sie die Vorzeichen rechtzeitig erkennen und wie Sie erste Hilfe leisten können hier.

Weißer Luftballon mit rotem Kreuz vor blauem und wolkenlosem Himmel
© Petra Discherl/pixelio.de | Erste Hilfe rettet Leben – besonders, wenn jemand einen Schlaganfall erleidet. Erkennen Sie die Vorzeichen und Symptome und helfen Sie.

Vier einfache Schritte, um einen Schlaganfall zu erkennen

Hat der/die Betroffene Probleme bei diesen vier Aufgaben bzw. treten die beschriebenen Symptome auf, ist ein Schlaganfall wahrscheinlich. Kontaktieren Sie umgehend den Notruf und leisten Sie erste Hilfe.

Symptome eines Schlaganfalls im Überblick  

 

  • Halbseitige Lähmung
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Gleichgewichtsverlust 

Symptome eines Schlaganfalls im Detail 

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Bei Frauen und jungen Menschen denken aber viele nicht daran , dass es sich hier um einen Schlaganfall handeln könnte. Deshalb ist es wichtig, die Symptome genau zu kennen, damit rechtzeitig gehandelt werden kann.

Klassisches Indiz für einen Schlaganfall sind Lähmungserscheinungen. Vor allem eine halbseitige Lähmung, zum Beispiel ein herabhängender Mundwinkel, ein erschlaffter Arm oder Bein sollten als Symptome eines möglichen Schlaganfalls betrachtet werden; ebenso Gefühlsverlust in einzelnen Körperregionen und plötzliche Ungeschicklichkeit, beispielsweise bei Handbewegungen. Der betroffene Körperteil fühlt sich von einem Moment zum anderen „fremd“ an.

Auch plötzlich auftretende Sprachstörungen sind oft Anzeichen eines Schlaganfalls. Der oder die Betroffene beginnt zu lallen, verdreht Silben oder verwechselt Wörter. Umgekehrt kann es auch passieren, dass Anweisungen nicht mehr richtig verstanden werden und unpassende Antworten oder Reaktionen folgen.

Weitere Symptome eines Schlaganfalls sind Sehstörungen (Doppelbilder, halbseitiger Verlust der Sehfähigkeit, verschwommenes Sehen), Gleichgewichtsverlust, andauerndes Kippen zu einer Seite hin, sowie plötzliche starke Kopfschmerzen, die auf eine Hirnblutung hinweisen können. 

Was tun bei einem Schlaganfall?

So leisten Sie Erste Hilfe!

Vermuten Sie anhand dieser Anzeichen einen Schlaganfall, dann verlieren Sie keine Zeit und reagieren Sie sofort: Verständigen Sie so schnell wie möglich den Notruf und leisten Sie erste Hilfe! Je nachdem, ob die betroffene Person bei Bewusstsein ist oder nicht, sollten Ersthelfer folgendermaßen agieren:

  • Bei Bewusstlosigkeit
    • Lockern Sie die Kleidung zur Erleichterung der Atmung
    • Stabile Seitenlagerung
    • Notruf 144 oder Euronotruf 112
    • Jede Minute Kontrolle der Atmung! Atemstillstand erfordert Reanimierungsmaßnahmen durch den Ersthelfer.
  • Bei Bewusstsein
    • Notruf 144 oder Euronotruf 112
    • Kopf und Schultern der/des Betroffenen erhöht lagern (Kopfpolster unterlegen)
    • Lockern Sie die Kleidung zur Erleichterung der Atmung
    • Sorgen Sie für Frischluft (Fenster öffnen)

Während Sie auf den Notarzt warten, können Sie weitere Maßnahmen durchführen, um die Überlebenschancen des Betroffenen zu verbessern und bleibende Schäden am Gehirn zu verringern:

Halten Sie die Atemwege frei, entfernen Sie gegebenenfalls Zahnprothesen. Erbricht die betroffene Person, bringen Sie diese in die stabile Seitenlage.

UNBEDINGT ZU VERMEIDEN!

  • Geben Sie der Person nicht zu trinken; womöglich treten beim Schlaganfall Schluckbeschwerden auf.
  • Verabreichen Sie auch keine Medikamente, vor allem nicht gegen Kopfschmerzen. Manche Schmerzmittel, wie zum Beispiel Aspirin, wirken blutverdünnend und verstärken so die Effekte einer möglichen Hirnblutung. 

Was passiert bei einem Schlaganfall?

Ein Schlaganfall, auch Hirninfarkt oder Hirnschlag genannt, ist die Folge von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Meistens wird er durch ein Gerinnsel ausgelöst, das die Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns unterbricht. Dadurch erhalten Nervenzellen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und sterben deshalb ab. Mitunter platzt dabei auch ein Blutgefäß im Gehirn und es kommt zu Einblutungen in das Hirngewebe In der Folge kann es, je nach betroffener Hirnregion, zu unterschiedlichen Symptomen kommen.

Symptome eines Schlaganfalls erkennen und Leben retten 

Ein Schlaganfall ist zwar lebensgefährlich, aber alles andere als ein Todesurteil. Wenn rechtzeitig auf die Anzeichen reagiert wird, kann das Schlimmste oft verhindert werden. Alleine in Wien befinden sich acht sogenannte „Stroke Units“, die speziell auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert sind. Diese sind mit dem Rettungswagen in höchstens 15 Minuten von jedem Punkt der Stadt aus zu erreichen.  Österreichweit gibt es 35 solcher „Stroke Units“. Denn wie gesagt: Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Wenn Sie die Anzeichen zu deuten wissen und die Ratschläge in diesem Artikel verinnerlichen,  werden Sie mitunter jemanden einmal das Leben retten oder vor den verheerenden Folgen eines Hirninfarkts bewahren können. 

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