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Ruth Kainberger
Gesundheit Text: Ruth Kainberger

Regelschmerzen: Wenn "die Tage" wehtun

Ärzte nennen sie Dysmenorrhoe; vielen Frauen sind sie eher unter der Bezeichnung Regelschmerzen bekannt: Symptome wie Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Reizbarkeit, Heißhungerattacken und Schlafstörungen, die vor und während "den Tagen" auftreten. Doch Menstruationsbeschwerden sind selbst ein Symptom – entweder des PMS (Prämenstruellen Syndroms) oder der Endometriose. Welche Hausmittel und Medikamente gegen Regelschmerzen helfen, verraten wir Ihnen hier.

Frau, die ihre Hände an ihren Bauch hält
© Stephanie Hofschläger/pixelio.de |

Symptome von Regelschmerzen 

Gynäkologischen Diagnosen, prämenstruelles Syndrom, schmerzhafte Regelblutungen (Dysmenorrhoe) und Endometriose haben vieles gemeinsam: 

  1. Es ist deren Ursache noch immer nicht ganz geklärt, wobei eine starke hormonelle Komponenete als Ursache in Frage kommt.
  2. Die Beschwerden  betreffen nur junge, fertile Frauen  und
  3. die Therapie ist derzeit teilweise nur symptomatisch möglich.

Das Symptom Dysmenorrhoe, so die Bezeichnung für Regelschmerzen im Fachjargon, kommt dabei sowohl bei Endometriose  als auch beim PMS (Prämenstruellem Syndrom) vor. Dysmenorrhoe läßt sich im strengen Sinn weder qualitativ noch quantitativ erfassen. Die Blutung wird von der Patientin als sehr schmerzhaft empfunden und kann von Übelkeit, Erbrechen und kollapsähnlichen Zuständen begleitet werden.

Epidemologische Untersuchungen haben ergeben, dass sich drei von vier Frauen an den „Tagen vor den Tagen“ durch prämenstruelle Beschwerden beeinträchtigt fühlen, etwa durch psychische Symptome wie Reizbarkeit, Angespanntheit  und Niedergeschlagenheit bis hin zu kurzen depressiven Episoden. Auch Heißhungerattacken, Schlafstörtungen und vermehrte Wassereinlagerungen können das Beschwerdebild prägen.

Hausmittel und Medikamente gegen Regelschmerzen 

Tritt Dysmenorrhoe monosymptomatisch auf, ist eine Schmerztherapie mit oder ohne spasmolytischer Komponente meist ausreichend und sollte bereits präventiv begonnen werden. Bei zusätzlicher  Beeinträchtigung des Wohlbefindes muss der Patientin evtl. zu Bettruhe und konservativen Begleitmaßnahmen geraten werden.  Sollte die pychische Komponente im Vordergrund stehen, ist auch die Verabreichung von Psychopharmaka zu überlegen.

Es gibt auch zahlreiche Phytotherapeutika, die zur Indikation von Dysmenorrhoe und PMS zugelassen sind. Viele Patientinnen sind über diese Alternative sehr erfreut und sprechen darauf auch hervorragend an. 

Eine reine Gestagentherapie vor der zu erwartenden Menstruation ist bei einigen Patientinnen ebenso erfolgreich wie die Verordnung eines oralen Kontrazeptivums.

Für allgemeine Empfehlungen, die oft leicht durchzuführen sind, sind betroffene Patientinnen ihrem Arzt sehr dankbar.

Endometriose 

Bedacht werden sollte auch, dass Dysmenorrhoe und prämenstruelle Beschwerden nicht jedes Monat in gleicher Heftigkeit auftreten, was sie von der Endometriose unterscheidet. Wer an und unter Dysmenorrhoe leidet, hat womöglich Endometriose.

Schwere Endometriose kann perimenstruell zu einer komplexen Beschwerdesymptomatik führen. Bei leichten Formen von Endometriose ist es oft erst der unerfüllte Kinderwunsch, der die Betroffene die Erkrankung der Endometriose in Erwägung ziehen lässt. Die endgültige Diagnose läßt sich freilich nur durch die histologische Untersuchung stellen, was einen endoskopischen Eingriff voraussetzt. Derzeit wird evaluiert, ob nicht die Bestimmung der endometriale Expression des Enzyms  Aromatase mittels Strichcurettage eine leichtere diagnostische Möglichkeit bieten würde.  

Ursächlich zeigen sich folgende Faktoren: familiäre Häufung, eine immunologische Komponente  sowie ein vermehrtes Auftreten von Endometriose bei Polymorphismenträgerinnen jener Gene, deren Genprodukte für den Steroidhormonstoffwechsel, sowie für die Verarbeitung von Umwelttoxinen (z.B. Dioxin) verantwortlich sind.

Die operative Sanierung der Endometrioseherde ist Teil des therapeutischen Konzeptes und gehört in die Hände eines erfahrenen Gynäko-Endokrinologen.

In der Literatur werden verschiedene Stufenkonzepte zu Behandlung der Endometriose angegeben, deren Durchführung in der Tat ein genaue Kenntnis der individuellen Situation der Patientin und ein integreirtes endokrinologisches Wissen voraussetzt.  Als völlig obsolet hat sich die Behandlung mit reinen Östrogenen und/oder Androgenen herausgestellt.

Die klassische Endometriose Therapie unfasst derzeit folgende Substanzgruppen: seit über 20 Jahren werden Gestagene als alleinige Therapie angewandt. Danazol (Danokrin Kapseln) in einer Dosierung von 600 – 800 mg pro Tag p.o. oder per vaginam als magistraliter verodnetes Suppositorium  hat sich ebenfalls als sehr effektiv erwiesen. Selbstverständlich ist die Applikation eines GnRH Analogons in monatlichen Abständen als Endometriose Therapie immer zu überlegen. Dabei sollte bedacht werden, dass dadurch die fertile Frau in einen pseudo-menopausalen Zustand versetzt wird und bei beginnenden menopausalen Beschwerden kann eine sogenannte Östrogen add-back Therapie durchgeführt werden. 

Als das Ergebnis einer erfolgreichen Endometriose Behandlung kann bei vielen Patientinnen nicht nur die Linderung der oft sehr starken Unterbauchschmerzen erreicht werden, sondern auch der der Eintritt einer Schwangerschaft – falls gewünscht.

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