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Krankenhäuser

Abtreibungsklinik

Die Abtreibungsklinik pro:woman bietet beste Betreuung für jede Patientin, neben medizinischer Versorgung auf höchstem Niveau ist auch für psychologische Beratung und Hilfestellung gesorgt.

Mann steht am Fenster, frau blickt zu ihm
© pro:woman | Weil Verhütung nicht nur Frauensache ist

30 Jahre Abtreibungsklinik

Die Abtreibungsklinik pro:woman besteht nunmehr seit 30 Jahren, was am 3. September 2009 im Wiener Rathaus gefeiert werden soll. Nicht alle empfinden dieses Jubiläum als Segen.

Bevor unter der damaligen Frauenministerin Johanna Dohnal 1975 die rechtliche Grundlage für die Fristenlösung geschaffen wurde, mussten sich Frauen in die Hände von Engelmacherinnen begeben, um einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Da die hygienischen Bedingungen und die medizinischen Kenntnisse selten ausreichend waren, kam es bei den Frauen oft zu Komplikationen, die auch mit dem Tod enden konnten. Die Fristenlösung brachte also ein Aufatmen unter den Frauen über die Selbstbestimmung ihres Körpers, aber auch Entsetzen über die Tötung ungeborenen Lebens bei den Abtreibungsgegnern mit sich. Bereits ein Jahr nach der gesetzlichen Grundlage, im Jahr 1976, wurde die Abtreibungsklinik am Fleischmarkt gegründet.

Gespaltene Meinungen

Bis heute gehen die Meinungen zu diesem Thema stark auseinander. Immer wieder werden Frauen von Abtreibungsgegnern daran gehindert, in die Räumlichkeiten von Abtreibungskliniken zu gelangen. Es kommt auch vor, dass sie beim Verlassen der Räumlichkeiten als Mörderinnen beschimpft werden. Für ein neuerliches Aufflackern des Konflikts sorgt nun das 30-Jahre-Jubiläum der Abtreibungsklinik pro:woman am Fleischmarkt, das am 3. September stattfinden soll.

Feierlichkeiten im Rathaus

Um den Festakt der Abtreibungsklinik Anfang September zu verhindern, hat Kardinal Christoph Schönborn sich mit einem persönlichen Brief an Bürgermeister Michael Häupl gewandt. In seinem Schreiben bringt er seine Sorge über die geplante Festfeier im Wiener Rathaus zum 30-Jahre-Jubiläum der Abtreibungsklinik zum Ausdruck: "Durch eine solche Veranstaltung werde deutlich gemacht, dass es offenbar keinen Konsens im Hinblick auf den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis an gibt". Der Wiener Erzbischof stellte die Überzeugung der Kirche klar: "Niemand rufe nach Strafe für verzweifelte Frauen. Aber Abtreibung sei keine Lösung. Das geltende österreichische Gesetz sage sehr deutlich, dass Abtreibung Unrecht ist: Es geht um die Tötung menschlichen Lebens. Das ist keine Bagatelle."

Auch die Frauensprecherin der ÖVP Wien, LAbg. Barbara Feldmann schlägt in eine ähnliche Kerbe: "Es gibt beim Jubiläum des Ambulatoriums am Fleischmarkt, wo jedes Jahr zahlreiche Abtreibungen durchgeführt werden, nichts zu feiern", so Feldmann. "Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, befinden sich in einer Ausnahmesituation. Sie benötigen Hilfe, Beistand und flankierende soziale Maßnahmen".

Stadträtin Monika Vana von den Grünen begrüßt die Feierlichkeiten der Abtreibungsklinik: "Sexualmedizin und Schwangerenhilfe ist ein wichtiges Angebot für Frauen, das nicht mehr weggedacht werden kann und darf. 30 Jahre Bestehen des Ambulatoriums sind durchaus ein Grund zum Feiern, wurde doch hier vielen Frauen Rat und Unterstützung in einer schwierigen Lebenssituation geboten." Vana weiter: "Außerdem gilt es, Schwangerschaftsabbrüche endlich in allen öffentlichen Spitälern zu ermöglichen und auf Krankenschein anzubieten".

Die zuständige Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely stellte klar, auf einen Festakt im Rathaus nicht verzichten zu wollen.

Die Abtreibungsklinik am Fleischmarkt

Der Schwangerschaftsabbruch hat sich seit den 70er Jahren stark verändert. Gab es anfangs nur die Möglichkeit eines operativen Abbruchs unter Vollnarkose, stehen den Frauen heute mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. So können beim operativen Eingriff mittlerweile auch leichtere Narkosevarianten gewählt werden. Außerdem kann eine Schwangerschaft mit Medikamenten abgebrochen werden. Beide Varianten haben keine gesundheitlichen Folgen. Es gibt auch keine Auswirkungen auf eine spätere gewollte Schwangerschaft.

Bevor die Frauen den Schwangerschaftsabbruch in der Abtreibungsklinik vornehmen, werden sie psychologisch beraten. Die Expertinnen beziehen bei dem Gespräch keinerlei Position, werten und beeinflussen nicht. Die Entscheidung, die sich keine Frau leicht macht, muss sie im Endeffekt selbst treffen.

Keine Statistiken

Für Abtreibungen besteht in Österreich keine Meldepflicht, daher kann man nur schätzen, wie viele Frauen jährlich einen Abbruch vornehmen lassen. Geschätzt wird, dass es sich um etwa 60.000 Frauen jährlich handelt. In der Abtreibungsklinik pro:woman spricht man von etwa 35.000 derartiger Eingriffe pro Jahr. Das Durchschnittsalter der Frauen, die in der Abtreibungsklinik pro:woman betreut werden, beträgt 32,3 Jahre.

Nicht nur Frauensache

Neben Schwangerschaftsabbrüchen bietet die Abtreibungsklinik pro:woman kompetente und kostenlose Beratung zum Thema Empfängnisverhütung, kostenlose Schwangerschaftstests, Sterilisationen bei Frauen und auch Vasektomien bei Männern.

Weil Verhütung nicht nur Frauensache ist.

Info: www.prowoman.at
Foto (Quelle): www.prowoman.at

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abtreibung ist mord

, 08.04.2011 um 13:01
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