
Bienen-Werkstatt
Honig, Bienenhonig, Honey, Bee Honey, Miel, in jeder Sprache ist Honig ein bekanntes Wort. Nur von Bienen kann man Honig gewinnen, daher ist Bienenhonig ein unnötiges Wort. Kunsthonig ist nämlich gar kein Honig, sondern borgt sich den Begriff nur aus. Ob Frühlingsblütenhonig, Sommerblütenhonig, Lindenblütenhonig, Waldblütenhonig, Waldhonig, oder nur Blütenhonig, auch Tannenhonig, Alpenrosenhonig, (Almrausch), Tauhonig, Kastanienhonig, Löwenzahnhonig, Rapshonig, Wiesenhonig, Auhonig, Obstblütenhonig, Akazienhonig, Robinienhonig, Kleehonig, Vusperhonig, Salbeihonig, Esparsetthonig, Lecanienhonig, sogar Zikadenhonig gibt es, die Liste ist noch um einiges länger aber eines haben alle gemeinsam: HONIG kommt NUR von der BIENE und Bienen überleben nur mehr mit dem Imker!

Honig ist ein kostbares Erzeugnis der Bienen, das sie aus Nektar und anderen Pflanzensäften sowie mit körpereigenen Stoffen bereiten. Honig ist ein leicht verdauliches Lebensmittel, daher macht Honig auch nicht dick, im Gegenteil, er fördert die Verbrennung! Er stellt hauptsächlich eine Zusammensetzung von Frucht- und Traubenzucker in einer Form dar (Monosaccarid), welche ohne weitere Spaltung im Darm sofort aufgenommen und damit vom Körper als schnell wirkender Kraftspender genutzt werden kann. Sportler wissen das und machen sich diesen natürlichen Kraftspender zunutze! Traubenzucker (Glucose) ist im Blut und in fast allen Organen enthalten und der Kraftspender schlechthin. Fruchtzucker (Fructose), der zweite Hauptbestandteil von Honig nimmt einen anderen Weg über die Leber wo er als Glycogen sozusagen deponiert wird. Je nach Bedarf wird er als Leistungsreserve vom Körper abgerufen. Wichtig für unseren Ernährungshaushalt sind auch die in Spuren enthaltenen Mineralstoffe Eisen, Mangan, Kalzium, Chlor, Phosphor, usw. und ganz besonders seine Biofermente. Die einzelnen Honigsorten enthalten sehr unterschiedliche Mengen an diesen Bestandteilen, und die Affinität zu bestimmten Honigen dürfte einfach ein Hinweis sein, dass der Körper selbst weiß, was er braucht. Voraussetzung dafür ist aber ein naturbelassener Honig. Bei vielen Importhonigen ist das keineswegs sicher. Natürliche Lebensmittel interagieren mit dem Körper in einer Art und Weise die man wie eine Kommunikation verstehen kann. Wovon, wieviel und wann, kann dabei dem Körper überlassen werden. Denaturierte Nahrungsmittel unterbrechen dieses Körperwissen und zuviel, zuwenig und zum falschen Zeitpunkt sind die Folgen dieser Störung. Der Körper weiß auch, welchen Honig er braucht, falls er noch nicht die Kommunikation verlernt hat. Die folgende kurze Darstellung solcher Unterschiede zwischen Honigtau (Wald) und Blütenhonigen soll das verdeutlichen. (Werte in mg/100g).
Mineralstoffe Blütenhonig Honigtauhonig
Kalium ca. 30,50-50,80 48,23-70,30
Natrium ca. 5,50-10,00 2,80-4,60
Calcium ca. 2,10-8,00 0,50-1,30
Magnesium ca. 1,50-2,20 0,71-2,30
Phosphorsäure ca. 1,60-12,50 6,65-9,50


Es ließen sich jetzt noch Bände füllende Analysen anfügen. Unterschiede in den einzelnen Sorten und/oder sogar Unterschiede gleicher Sorten aus anderer Region und auch aus gleicher Region aber verschiedener Jahre. In ihren Bestandteilen unterscheiden sich nicht nur Tauhonige (Waldhonige), sondern auch Blütenhonige sehr stark regional voneinander. Alle ständig zu analysieren wäre aber praxisbezogen nicht bewältigbar und zudem auch nicht nötig. Ein mit Honig vertrauter Organismus erkennt rasch, was er braucht. (Übrigens, nur als Beispiel wie weit das geht – auch Setzlinge wachsen besser an, wenn sie vorher in eine leichte Honiglösung getaucht wurden). Honig lässt sich nicht nur auf Zuckerarten reduzieren, obwohl er die feinsten Zucker enthält, welche die Natur produzieren kann. Diese Zucker können zu Recht als Lichtprodukt bezeichnet werden. Sie sind Nahrung für das Gehirn und das Bewusstsein (jede Unterzuckerung führt zur Ohnmacht). Die ebenso erforderlichen Begleitstoffe sind so vielfältig, dass kein Naturwissenschaftler genau sagen kann, was sie in ihrer Ganzheit für den Menschen bedeuten. Es wird aber angenommen, dass Honig aufgrund seiner inhaltlichen Ausprägung einen besonderen Bezug zum Kopf des Menschen und seinen Vorgängen des Denkens, Wahrnehmens und Steuerns der Organfunktionen hat. Je breiter die Komposition aus hochwertigen Zuckern, Mineralien, Spurenelementen und auch Vitaminen der B-Gruppe ist, um so breiter werden die organischen Prozesse um das Bewusstsein angelegt. Das erklärt auch, warum Honig zu heilen vermag. Durch seine sowohl regionale, jahreszeitliche und pflanzliche Herkunft wirkt Honig sehr subtil verschieden auf Körper und Gemüt. Die sortenbezogene Zuordnung nach den Tierkreiszeichen ist abseits aller Spinnerei ganz einfach aus dem pflanzenspezifischen Schema ableitbar. Tierkreissymbole und ihre Zuordnungen sind abseits des Glaubens an die Sterne nämlich noch etwas: Eine Kürzelsprache seelisch emotional wirkender Eigenschaften, und so möchte ich hier eine kleine Zuordnung eben jener Wechselwirkungen vorstellen, die im Bereich emotionaler Gemütszustände zum Tragen kommen können.
Rapshonig: Fördert dynamische Synergismen. Stärkt das Gefühl für natürliche Zusammenhänge und das Bewusstsein, davon ein bedeutender Teil zu sein, da auch das Ich-Gefühl angehoben wird. (Tierkreiszuordnung: Widder)
Frühlingsblütenhonig: Ausgleichende Eigenschaften zwischen Gemüts-, und Realitätsempfinden. Eine sinnvolle Wahl wenn die „Kopflastigkeit“ als problematisch empfunden wird. (Tierkreiszuordnung: Zwilling)
Akazienhonig: Erhöht die emotionale Frequenz, öffnet den sinnlichen Zugang zu spiritueller Energie. Akazie ist in vielen Frühjahrshonigen auch zu finden. In reiner Form, aber Betonung auf das nicht Greifbare. (Tierkreiszuordnung: Zwilling)
Lindenhonig: Spannungsauflösende Tendenz. Fördert kreatives Potential. Stärkt den Individualbereich und daher die Möglichkeit, gelassen auf andere zuzugehen. (Tierkreiszuordnung: Krebs)
Sommerblütenhonig: Transsubstantiation der eigenen Seelenkraft. Die eigene Seelenkraft wird transformiert auf das Selbst zurückgespiegelt und erreicht die Qualität des Verständnisses über das eigene Sein. Wenn Gelassenheit und innere Mitte angestrebt wird (Tierkreiszuordnung: Löwe).
Waldblütenhonig: Metamorphose des Naturverständnisses. Stimmt das Gefühl ein auf die Wandlungsprozesse in der Natur. Begreift sich selbst als Teil des universellen Rhythmus und schwingt mit. Wenn emotionale „Wellen“ leicht zu hoch werden, glättet - und öffnet die ruhige Sichtweise. (Tierkreiszuordnung: Waage)
Waldhonig: (Fichte) Führt zur Erkenntnis materieller Gegebenheiten, fördert bodenständige Denkmuster. Für Menschen, die sich zu leicht im Uferlosen verlieren. Zentriert in der Welt des Faktischen (Tierkreiszuordnung: Jungfrau).
Sonnenblumenhonig: Erdend, zur inneren Einkehr bewegend. Bremst überkochende Aktivität und auch Labilität. Drängt sanft zur meditativen Besinnung auf die Vergänglichkeit der Materie und fördert innere unvergängliche Wertvorstellungen (Tierkreiszuordnung: Skorpion).
Edelkastanienhonig: Aktiviert die höherführenden Eigenschaften, sensibilisiert den Blick für astrale und spirituelle Gegebenheiten wie Visionen und schafft ein Umfeld für Gefühle ohne Grenzen und Begrenzungen (Tierkreiszuordnung: Schütze).
Verschiedene Honige haben auch verschiedene Eigenschaften. Niemandem würde es in den Sinn kommen, bei Tees alle in einen Topf werfen zu wollen. Honig ist ebenso variantenreich, stammt er doch ebenfalls von sehr verschiedenen Pflanzen und verschiedenen Pflanzenverbänden. Honig wird flüssig geerntet, wird aber - je nach Sorte - früher oder später fest. Das Verhältnis des Trauben- und Fruchtzuckeranteils im betreffenden Honig bestimmt das Tempo des Kandiervorganges. Zur Wiederverflüssigung darf Honig erwärmt werden, aber nur bis 42°C und auch das nur für möglichst kurze Zeit, die allerdings sortenbezogen verschieden sein kann.


Am natürlichsten ist Honig in der Wabe!
Es ist vielleicht ungewohnt, aber ein Stück Honigwabe auf einem kleinen Teller,
griffbereit für die kleine Nascherei so zwischendurch ist eine gesunde Alternative. Eine Gewohnheit, die Sinn macht. Das Wachs sollte gut gekaut werden, bis der letzte Rest von Süße verschwunden ist. Ich selbst esse es mit, aber das kann jeder selbst entscheiden. Übrigens: Honig schadet den Zähnen keineswegs, wie längst bewiesen wurde! Naturbelassener Honig bringt eine Vielzahl jener Stoffe wieder in den Körper zurück, die durch denaturierte Nahrungsmittel zum Manko wurden und dadurch Karies begünstigen. Daher wirkt er sogar der Karies entgegen.
HONIG – Bachblüten, Homöopathie und Aromatherapie!
Ein wenig zum Nachdenken. Das Prinzip der Bachblüten besteht darin, das Wirkprinzip einer Pflanze (oder eines anderen Stoffes) auf eine Trägersubstanz zu übertragen. Ähnlich wie es in der Homöopathie durch die so genannte Potenzierung geschieht. Im Falle der Bachblüten werden die Blüten in Quellwasser gelegt und der Sonne ausgesetzt. Nun gut, im Falle des Honigs haben wir die Blüte, sie ist der Sonne ausgesetzt und das Wasser entnimmt sie selbst ihrer Umgebung. Eigentlich dasselbe Prinzip. Abgeholt wird dieser Nektar von einem „Sonderkommando“ – der Biene. In der Homöopathie wird großer Wert auf die Verschüttelung per Hand gelegt, als Zufuhr mechanischer Energie. Die Flugmuskulatur der Bienen verschüttelt den geringen Inhalt ihrer Honigblase während des Heimfluges wohl um das Tausendfache. Warum wird das hier übersehen? In der Aromatherapie werden reine ätherische Öle (durch Wasserdampfdestillation gewonnen) eingesetzt, um das Wirkprinzip der entsprechenden Pflanze über den Geruchssinn verfügbar zu machen.
Waren Sie schon einmal beim Schleudern von Honig dabei? Nein? Wir laden Sie ein, uns bei der Schleuderung zu besuchen. Sie werden den unvergleichlichen Duft nicht so schnell wieder vergessen. Für mich ist die Luft im Schleuderraum der reine Balsam. Dazu eine kleine Geschichte die mir ein ehemaliger Leiter der Bundesanstalt für Bienenkunde in Grinzing, welcher unter Asthma litt, erzählte. Er selbst kam durch Zufall darauf, die Stockluft eines Bienenvolkes über einen Schlauch einzuatmen. Nichts, so erzählte er begeistert, hätte ihm dermaßen geholfen wie diese einfache Methode. Nur - draufkommen muss man!
Aber es gibt abseits von Schleuderräumen und Bienenstöcken mit Atemschlauch noch zwei sehr einfache Methoden um Honig aromatherapeutisch zu verwenden:
1. Möglichkeit: das HONIGDUFTBAD!
Einfach einige Teelöffel Honig ins Badewasser und darin entspannen. Beinahe hätte ich meditieren gesagt. Man kann das auch mit (nur echten) ätherischen Ölen kombinieren. Dazu mischt man das Öl mit dem Honig in einer Tasse (der Honig wirkt hier als Emulgator) und schwemmt diese Mischung ins Badewasser ein. Bei einem solchen Bad sollte man auf Seife und andere Tenside verzichten. Der Honig öffnet die Hautschranke, d.h. die im Wasser gelösten Stoffe gehen leicht in den Körper über. Daher sollte sich verständlicherweise keine unerwünschte Chemie im Wasser befinden (daher auch nur echte qualitative Öle verwenden).
2. Möglichkeit: in der SAUNA!
Sofort nachdem man zu schwitzen beginnt, den Körper mit Honig einreiben. Entweder mit einem grobkristallinen Honig, in dem Fall kommt noch ein gewisser Peeling – Effekt hinzu, oder mit einem sanften flüssigen Honig.
Keine Angst, entgegen mancher Vorstellung klebt der Honig hier nicht ein bisschen. Abgesehen vom „Balsam für die Haut“ wirken die natürlichen ätherischen Substanzen im Honig wie die beste Aromatherapie. So einfach kann erlesenes Vergnügen sein.
Die Literatur empfiehlt das Kauen von Wabenhonig in einigen Fällen, wie z.B. Stirnhöhlenentzündung und Erkältung. Aber abseits gesundheitsbezogener Überlegungen ist es einfach ein Genuss. Honig in der Wabe behält ein besonderes Aroma und ist geschmacklich wohl kaum mehr zu übertreffen.
Wabenhonig wird vielfach in gut verschließbaren Kassetten aus lebensmittelechtem Kunststoff angeboten. Dagegen ist nichts einzuwenden und wir hatten das in der Bienenwerkstatt auch viele Jahre so gehalten. Aber diese Kassetten sind erstens schwer zu bekommen und zudem sehr teuer. Viele Läden, besonders solche südländischer Herkunft bieten Wabenstücke in
völlig ungeeigneten Behältnissen an. Vom Kauf solcher „Ersatzlösungen“ ist dringend abzuraten. Normale Plastikgefäße enthalten Weichmacher die von den natürlichen Säuren im Honig herausgelöst werden können und den Honig zumindest verderben. In der Bienenwerkstatt bieten wir auch Wabenhonig seit langem im Glas an. (siehe Bild oben). Das macht ihn erstens preisgünstiger und zweitens erhält es seine unvergleichliche Qualität.

Honig wird immer kalt geschleudert, einfach weil sonst die Wabe schmelzen oder zumindest reißen würde. Kalt geschleudert bedeutet einfach Umgebungstemperatur. Die Erhitzung vieler Honige geschieht erst danach, um sie (aus rein optischen Gründen) zu filtern oder sonstwie vor der natürlichen Kandierung zu bewahren. Dieser Honig ist aber eines Großteils seines Wertes beraubt. Wenn er aus Unwissenheit vom Konsumenten verlangt wird, reagiert natürlich die Abfüllindustrie darauf. Daraus entsteht die kuriose Vermarktungsstrategie, auch hitzegeschädigte Honige als „kalt geschleudert“ bezeichnen zu dürfen.
Die Kristallisation oder Kandierung des Honigs.
Echter, naturbelassener und nicht überhitzter Honig kandiert immer.
Fester Honig kann im Wasserbad bis 42°C aufgetaut werden. Das ist die einfachste und bekannteste Methode, aber es gibt noch eine besondere Alternative, die recht wenig bekannt ist und zwar: Einfrieren des Honigs in der Tiefkühltruhe, gleich von der Schleuder weg!!! Eingefroren und nach Bedarf aufgetaut behält der Honig sein unvergleichliches feines Aroma auf die einfachste Weise. In der BIENENWERKSTATT bieten wir jeden Sommer unsere „HONIGAKTION VON DER SCHLEUDER WEG“ an. Von ca. Juni bis August, an den Wochentagen am Nachmittag, ist unsere Honigschleuder in Betrieb. Sie können selbst dabei sein wie IHR Frühlings -, oder Sommerblütenhonig seinen Weg aus der Wabe in das Glas nimmt. Sie können eigene Gläser mitbringen oder unsere Verbandsgläser nehmen, wie es Ihnen gefällt. Sie können sich von dem Duft und dem einzigartigen Aroma überzeugen und begeistern lassen. Zudem erhalten Sie den günstigeren „Ab Schleuder Preis“. Einfrieren ist außerdem auch eine optimale Qualitätssicherung. Kälte schadet dem Honig nicht und verhindert jede Kristallisation. Er behält seine Konsistenz und Aromen der ersten Stunde.
HONIG – BESONDERHEITEN!
Propolis – HONIG, mit Blütenpollen!
Sowohl gelöstes wie auch pulverisiertes Propolis kann in cremigen Honig eingerührt werden. Vorzugsweise in Verbindung mit Blütenpollen. So entsteht ein wahres Kraftpaket. Es wirkt vorzüglich jenen Mangelerscheinungen entgegen, die durch denaturierte Nahrungsmittel verursacht werden.
Gelee Royale – HONIG!
Reines Gelee Royale wird hier in cremigen Honig eingerührt. Das Gelee Royale setzt sich bedingt durch die Konsistenz des Honigs nicht ab. Dadurch ist eine gleichbleibende Dosierung gesichert. (siehe dazu auch unter Gelee Royale in www.bienenwerkstatt.at)
Natürlich wird sowohl Propolis als auch Gelee Royale in der Hautpflege verwendet, dazu gehört auch Sonnenschutz.


Die Anwendungsmöglichkeiten von Honig sind wirklich Bücher füllend. Von der Wirkung auf Herz, Leber, Blut, Nieren, Blase, Verdauungs- und Atmungsorgane, Nerven und Haut. Vom Einsatz bei Wundbehandlung, Strahlenschäden oder Rekonvaleszenz, bei Kindern und werdenden Müttern. Die Liste der Einsatzmöglichkeiten ist lang und wird ständig länger.
Neu aufgetauchte Begriffe:
1. „Creme – Honig“
2. „Medi – Honig“
3. und „zertifiziert“
ad 1. Creme Honig!
Ein einwandfreier, feinkristalliner und streichfähiger Honig. Seine Konsistenz erhält er durch oftmaliges kurzzeitiges Rühren, wobei die Kristallisationskeime so fein verteilt werden, dass der Kandierungsprozess eben diesem Muster folgt. Creme Honig behält seine Konsistenz und härtet kaum mehr nach. Da jede Honigsorte letztlich kandieren wird, kann auch aus jeder Sorte Cremehonig gemacht werden. Allerdings verändert sich die Farbe, hervorgerufen durch die geänderte Lichtbrechung. Auch im flüssigen Zustand sehr dunkle Honige wirken dann wesentlich heller. Tatsächlich liegen die Farbdifferenzen cremiger Honige eng zusammen und sind keinesfalls mit denen flüssiger Honige vergleichbar. Da sie keinem (wenn auch noch so schonendem) Auftauprozess (d.h. Verflüssigen des fest kandierten Honigs durch Wärme bis max.42°C ) mehr unterzogen werden, kann von dieser Seite ihre Qualität sogar als optimiert angesehen werden.
ad 2. Medi - Honig
Ein wenig Botanik wird sich hier nicht vermeiden lassen
Abkürzung für Medizinischer Honig. Ein neuer Werbe- und Vermarktungsbegriff, welcher (noch) nicht klar abgegrenzt ist. Unter dieser Bezeichnung wird Honig angeboten, der für Wundbehandlung besonders geeignet sein soll. Eine gewisse Vorsicht dürfte wohl geboten sein, denn auch gammabestrahlter Honig soll schon unter dieser Bezeichnung am Markt gewesen sein. Ob in Österreich, kann ich aber nicht sagen. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass damit der neuseeländische Manukahonig (der rosa blühende Manukastrauch, bot. Leptospermum scoparium, auch Südseemyrthe genannt) vermarktet wird. Untersuchungen sollen ihm eine höhere Wirkung bei Wundheilungen bestätigt haben, wobei aber ebenfalls regionale Unterschiede unterschiedliche Ergebnisse geliefert haben. Es kann auch bezweifelt werden, dass bei diesen Beurteilungen wirklich alle anderen vergleichbaren Sorten einbezogen
wurden. Auch hier geraten sowohl die Preise als auch die Angaben über Sortenreinheit sehr auseinander und bei einem Preis von bis € 100 /kg ist ein gewisses Unbehagen und der Verdacht von „Goldgräberei“ wohl nicht ganz unberechtigt. Denn es bleibt eine Tatsache, dass guter Honig als Wundverband nichts Neues ist und schon zu Zeiten von Hippokrates bestens funktioniert hat. Jeder, der einwandfreien Honig schon mal zu diesem Zweck verwendet hat, konnte sich von seiner heilenden Wirkung überzeugen, und wie heißt es doch so treffend? Das beste Wissen ist das eigene Erlebnis. Dies führt uns gleich weiter zum nächsten „Neuzeitbegriff“.
ad 3. „Zertifizierter Honig“
Da lässt sich nun ein klein wenig „Imkerlatein“ nicht ganz vermeiden. Nun, im Grunde ein guter Gedanke. Honige werden nach bestimmten Qualitätskriterien
untersucht und beurteilt. Sie werden fallweise prämiert, oder erhalten eben ein Zertifikat gemäß einer Honigqualitätsordnung. Diese besteht vereinfacht gesagt aus einer sortenbezogenen, sensorischen Beurteilung, wie Aussehen, Sauberkeit, Farbe und Konsistenz, Geruch und natürlich Geschmack. Im Labor werden der Wassergehalt, elektrische Leitfähigkeit (zur Feststellung des Tauhoniganteils) und die Invertaseaktivität bzw. HMF-Wert (Überhitzungsprüfung) untersucht. Wird der Honig in allen Bereichen als in der Norm befindlich befunden, so kann beim zuständigen Landesverband für Bienenzucht das Honigqualitätssiegel in der benötigten Stückzahl beantragt werden. All dies geschieht auf rein freiwilliger Basis. Viele Imker nehmen an solchen Beurteilungen teil und beantragen das Siegel nicht. Sie machen das aus rein persönlichem Interesse und sehen keinen Verkaufsvorteil darin für ihren Honig. Meistens handelt es sich hier um alteingesessene Imkereien mit treuen Stammkunden, und ein erfahrener Imker kennt ja auch tatsächlich die Qualitätskriterien seines Honigs. Dennoch ist der Gedanke gut und eine enorme Hilfe besonders für Jungimker. Die Untersuchungen ließen sich ja auch noch weiter fortsetzen z.B. gaschromatologisch, pollenanalytisch, sogar mit Rasterzuordnung usw. Natürlich ist einsichtig, dass das alles den Honig nicht gerade billiger macht. Es ist also ein wirtschaftlich vertretbarer Mittelweg im Analyseverfahren zu wählen. Dazu kommt noch, dass bei spezifischen Analyseverfahren der Stoff bekannt sein muss, nach dem gesucht werden soll.
Das trifft nur zu, wenn bereits Verdachtsmomente gegeben sind, z.B. im Bereich unerlaubter Behandlungsmittel, toxischer Umweltfaktoren usw. Besonders im Bereich Varroabehandlung unterliegen ausländische Honige kaum einer Prüfung. Es ist eben alles auch eine Frage der finanziellen Vertretbarkeit.
Ungefähr an dieser Stelle beginnen sich die Geister zu scheiden. Österreichische Imker sind nicht selten noch echte Idealisten und so könnte man schon
schmunzelnd von einem „Krieg der Ideale“ sprechen, wobei oft genug über das Ziel nicht nur hinausgeschossen wird, sondern das eigentliche Ziel längst vergessen ist. Die Rede hier ist vom Krieg der Zertifikate. Imkergruppen, fachliche Verbände, ideologische Gruppierungen wie z.B. Antroposophen, alle haben „IHR“ Zertifikat, ihre eigenen Gewichtungen und verhalten sich ähnlich den Autofahrern, frei nach dem Motto: „Alle anderen sind Stümper“. Als besonders ärgerlich habe ich selbst den abwertend gebrauchten Ausdruck der so genannten „herkömmlichen Imkereien“ empfunden. Ich finde das deshalb so beschämend, weil sich dahinter die Gesamtheit der alten imkerlichen Meister verbirgt, die eigentlich die Grundlage österreichischer Imkerei geschaffen haben. Es war einer dieser „Herkömmlichen“ (Jordan), welcher die Carnica (eine österreichische Bienenrasse, die hier in Millionen Jahren
entstanden ist) vor dem Aussterben gerettet hat. Ein weiterer „Herkömmlicher“ (Sklenar), konnte einen Stamm davon rein herauszüchten, der in fünf Linien bis heute existiert. Weiters: Die Gebrüder Ruttner, welche für die Gründung einer Abteilung für Züchtung und Genetik der Bienen an der Biologischen Station Lunz am See verantwortlich waren, die 1955 an die BA f. Bienenkunde angeschlossen wurde. Sie lieferten Arbeiten über Bienenrassen, Vererbung, Paarungsbiologie usw. Die Honigbienen haben ein breites Publikum, welches sich aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen zusammensetzt: Die große Zahl der alten (Meister) Bienenzüchter, der biologisch interessierten Laien, den Bienen und Pflanzen oft auf das innigste verbunden, der wissenschaftlichen Fachwelt, die Fährten gelegt hat in die Geheimnisse der inneren Ordnung der Biene. Die Liste sehr naturverbundener Imker früherer Zeit wäre endlos. Und jetzt kommen ein paar neue Jungritter der ebenso neuen Zertifikatswelle und nennen das alles abfällig – „herkömmlich?“Ja, ich finde das zumindest ärgerlich. Die Zertifikate beginnen auszuufern. Der Begriff „naturnahe“, gerne von einem meiner Lehrer, dem verstorbenen Altmeister Josef Bretschko verwendet. Er gilt heute als „irreführend“ – welche Ironie. Dennoch ist der Grundgedanke gut gewesen, denn er hat auch viele zum Nachdenken angeregt. Abseits des „Zertifikatsrummels“ arbeiten viele noch ebenso naturnahe wie die alten Meister, sei es nun mit oder ohne Zertifikat.
1. Manche Imker suchen einen geeigneten Aufstellungsplatz für Bienen. Wenn Sie einen solchen zur Verfügung stellen können, ersuchen wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Einige Jungimker haben, kaum begonnen, wieder mit der Imkerei aufgehört, einfach weil ein geeigneter Platz nicht verfügbar war.
Da der imkerliche Nachwuchs ohnehin sehr im Argen liegt und die Biene unentbehrlich ist für eine intakte Umwelt, wäre das eine entscheidende Hilfe.
2. Verbessert die Bienenweide, d.h. pflanzt nach Möglichkeit Bäume, Sträucher usw., die für Bienen von Wert sind. Besonders vorstellen möchte ich den Bienenbaum (Euodia hupenhensis oder auch Tetradium), dieser Baum blüht spät im Jahr wenn andere Nektarquellen schon versiegen. Er ist für viele Insekten interessant, nicht nur für die Biene. Imker werden wohl erst in der nächsten Generation einen Nutzen davon haben. Sorgen wir dafür, dass es dann noch Imker (und Bienen) gibt.
18:50
Honig klebt also überhauptnicht am Zahn, findet durch besagte Eigenschaft keinen Halt an den Plaques und taugt so auch nicht als Ernährung der Kariesbakterien.
Hier gleich der zweite Punkt zu Honig und Karies: manche Honigsorten (allesamt *unbehandelt*- sprich nicht erhitzt!!) haben wachstumshemmdende auf Bakterien. Diese sogenannten Inhibine gehen nach Erhitzung über 42 Grad allesamt kaputt, der Honig hat außer Süße keinen Wert mehr hat.
Es ist schön zu lesen, dass manch einer schon erkannt hat, welcher Wert im Honig liegt :) Weiterhin viel Freude wünscht Euch
mit herzlichen Grüßen aus Köln nach Wien
.Larissa
22:36
Grüße von der Imkerei Pappelau aus Deutschland.