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Frauenheilkunde

Varianten für einen Schwangerschaftsabbruch

Die Regel ist ausgeblieben. Gedanken wie "Bitte nicht!", "Jetzt noch kein Kind!" oder "Kein weiteres Kind!" sind dabei gar nicht selten. Zunächst gilt es, sich Klarheit und Gewissheit über die Situation zu verschaffen. Mit einem Schwangerschaftstest oder durch eine Ultraschalluntersuchung läßt sich schon sehr früh feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht. Je früher, desto besser!

Kondom, Pille, Femidom
Schwangerschaft kann heute relativ einfach vermieden werden, wenn's aber passiert, dann kann man in Österreich innerhalb der ersten drei Monate die Schwangerschaft abbrechen.

Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft treffen manche Frauen sehr rasch, manche Frauen benötigen dafür ausreichend Zeit. Wenn Sie einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, ist eine umfassende Information über Ihre Möglichkeiten sehr hilfreich. Bei Ihrer Entscheidung gegen oder für eine Abtreibung können Ihnen vertraute Menschen, Beratungsstellen oder spezialisierte Ärztinnen und Ärzte helfen.

Methoden von Abtreibung

Es ist alleine die Entscheidung der Frau, welche Methode sie für den Abbruch der Schwangerschaft wählt. Im Allgemeinen gibt es keine gravierenden Unterschiede zwischen den verschiedenen Möglichkeiten hinsichtlich körperlicher oder psychischer Auswirkungen während oder nach dem Schwangerschaftsabbruch.

  • Operative Absaug-Methode in drei Narkosevarianten
  • Medikamentöse Methode mittels Mifegyne® (umgangssprachlich auch Abtreibungspille genannt)

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist ausschließlich in Krankenanstalten möglich. Dies ist wichtig für Ihre sichere medizinische Betreuung. Vergleich OP - Mifegyne® (pdf)

Nach der Abtreibung genügt im Normalfall eine kurze Erholungszeit. Meist ist man bereits am darauf folgenden Tag wieder voll arbeitsfähig. Auf neuerliche – und auch auf später gewünschte – Schwangerschaften hat ein Schwangerschaftsabbruch im Normalfall keinen Einfluß.

Kosten

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sind abhängig von der gewählten Methode. In der Regel müssen Sie mit Kosten um die € 500,- bis € 600,- rechnen.

Rechtliches zum Schwangerschaftsabbruch

Laut österreichischem Gesetz ist grundsätzlich jede Frau berechtigt, bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Die Frau entscheidet alleine (ab dem vollendeten 14. Lj.). Andere Personen haben kein Mitbestimmungsrecht. Andere Regelungen, wie zum Beispiel eine vorgeschriebene Wartezeit, zwingende Beratungsgespräche in bestimmten Beratungsstellen oder die Angabe eines Grundes für die Abtreibung, gibt es in Österreich nicht. Eine Abtreibung kann völlig anonym durchgeführt werden, niemand muß davon erfahren.


Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr ist eine „einsichts- und urteilsfähige“ (so die gesetzliche Formulierung) junge Frau berechtigt, alleine über einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden. Nach Ablauf der ersten drei Monate ist der Schwangerschaftsabbruch in Österreich nur bei Vorliegen von besonderen medizinischen Gründen erlaubt.

Verhütung nach der Abtreibung

Der Schwangerschaftsabbruch wirkt auf den Hormonhaushalt wie ein neuer Zyklusbeginn, daher besteht die Möglichkeit einer neuerlichen Schwangerschaft sofort nach dem Abbruch. Mit geeigneter Verhütung zu beginnen, ist daher empfehlenswert.

ÄrztInnen und Beraterinnen, aber auch Ihre Gynäkologin/Ihr Gynäkologe werden Sie gerne über alle Möglichkeiten informieren. Wenn Sie sich für eine hormonelle Verhütungsmethode entscheiden, können Sie nach Rücksprache mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen sofort nach der Behandlung oder mit der nächsten Regelblutung mit deren Anwendung beginnen.

Wir wissen, dass Frauen in der Situation einer ungewollten Schwangerschaft eine besondere Betreuung benötigen. Unsere jahrzehntelange Erfahrung zeigt, dass die Einhaltung folgender Standards unbedingt notwendig ist:

  • Durchgehende psychosoziale bzw. psychologische Betreuung vor, während und nach dem Schwangerschaftsabbruch durch geschulte und erfahrende Beraterinnen (PsychologInnen, Lebens-/SozialberaterInnen)
  • Rascher, unbürokratischer Zugang zur psychologischen/medizinischen Dienstleistung
  • Kurze Wartezeiten auf einen Termin
  • Tagesklinischer Aufenthalt (ca. zwei Stunden Behandlungsdauer)
  • Möglichkeit der Methodenwahl (medikamentöser oder operativer Schwangerschaftsabbruch, verschiedene Narkosemöglichkeiten)
  • Anonymität
  • Durchführung des Schwangerschaftsabbruchs durch erfahrene GynäkologInnen
  • Begleitende Beratung hinsichtlich Verhütung nach dem Schwangerschaftsabbruch
  • Vorbeugende Beratung über die richtige Verhütung für jede Frau
  • Psychologische Nachbetreuung bei Bedarf

Vorher Beratung in Anspruch nehmen

Die Entscheidung zu einem Schwangerschaftsabbruch ist für die meisten Frauen alles andere als einfach. Manche Frauen entscheiden rasch, manche wiederum benötigen mehr Zeit. Unterschiedliche Gedanken über die Beziehung zum Partner, die finanzielle und berufliche Situation oder auch den richtigen Zeitpunkt für ein Kind sind in dieser Phase durchaus häufig.

Für jede Kontaktaufnahme und Beratung gilt der Grundsatz absoluter Anonymität.

Unabhängig davon, ob Sie sich für oder gegen eine Schwangerschaft entscheiden werden, sollten Sie vorab eine Beratung in Anspruch nehmen. Bei seriösen Instituten stehen Beraterinnen mit speziellen Ausbildungen zur psychologischen Hilfestellung bei Entscheidungsproblemen und in allen medizinischen Fragen des Schwangerschaftsabbruchs zur Seite.

Häufig gestellte Fragen 

Wie lange dauert eine Abtreibung?
Der operative Schwangerschaftsabbruch dauert nicht länger als 3-4 Minuten, der gesamte Aufenthalt im Ambulatorium dabei nicht länger als ca. 2 Stunden. Beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch halten Sie sich ca. 1 Stunde im Ambulatorium auf, den Rest der Behandlung verbringen Sie zu Hause.


Wie lange dauert die Narkose beim operativen Schwangerschaftsabbruch?

So lange der Eingriff dauert, im Normalfall nicht länger als 5-10 Minuten.


Verursacht der operative Eingriff Schmerzen?
Während des Eingriffs spüren Sie im Normalfall überhaupt nichts. Nach dem Eingriff können manchmal menstruationsähnliche Beschwerden auftreten. Schmerzmedikamente zu nehmen ist dabei aber nur sehr, sehr selten notwendig.
 
Wann ist nach dem Schwangerschaftsabbruch wieder Sex möglich?
Sie können sich nachher so verhalten wie während Ihrer normalen Regelblutung. Sorgen Sie aber bitte für ausreichende Verhütung!

Sind nach dem Schwangerschaftsabbruch wieder Schwangerschaften möglich?
Ja. Der Schwangerschaftsabbruch hat im Normalfall keinerlei Auswirkungen auf Ihre Fruchtbarkeit. Sie können gleich danach wieder schwanger werden. Bitte sorgen Sie daher für eine geeignete Verhütung.

Wie schnell erhalte ich einen Termin?
Bei den meisten Abtreibungskliniken können Sie innerhalb weniger Tage, mitunter schon für den nächsten Tag einen Termin für eine Abtreibung vereinbaren.
 
Wie finde ich den richtigen Arzt/die richtige Ärztin?
Beim Schwangerschaftsabbruch zählt alleine die Erfahrung und Qualität des Arztes oder der Ärztin, damit weitgehend sichergestellt ist, dass keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind. Fragen Sie nach der Erfahrung des behandelnden Arztes bzw. Institutes, in dem Sie eine Abtreibung durchführen lassen möchten oder hören Sie sich eventuell auch in Ihrem vertrauten Bekannten/Freundinnenkreis um. Wichtig ist, dass Ihnen vier verschiedene Methoden des Schwangerschaftsabbruchs angeboten werden, damit Sie die für Sie beste Möglichkeit wählen können. Fragen Sie auch nach, ob es Beraterinnen gibt, die neben dem Arzt ausreichende Erfahrung mit dem Thema haben.

Wann kann nach dem Schwangerschaftsabbruch mit der Pille begonnen werden?
Sie können sofort nach der Behandlung mit der Pille oder anderen hormonellen Verhütungsmitteln beginnen, da der Tag der Abtreibung als erster Zyklustag gilt.
 
Wer muss vom Schwangerschaftsabbruch erfahren?
Niemand. Die Entscheidung zum Schwangerschaftsabbruch liegt ausschließlich bei Ihnen. Ab dem 14. Lebensjahr ist jede Frau berechtigt, gemäß der gesetzlichen Bestimmungen eine Abtreibung durchführen zu lassen. Ihre Daten bleiben absolut anonym.

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Verhütungsberatung

Eine ungewollte Schwangerschaft bzw. ein Schwangerschaftsabbruch kann mit modernen Mitteln der Empfängnisverhütung weitestgehend verhindert werden.

Die Wahl eines Verhütungsmittels wird von Ihren Lebensumständen abhängen, von Ihrem Alter, Ihrem Lebensstil, Ihrer individuellen Familienplanung, Ihrem Gesundheitszustand und Ihren sonstigen körperlichen Voraussetzungen. Die optimale Verhütung hängt aber vor allem auch davon, ab, mit welcher Verhütungsmethode Sie sich am wohlsten fühlen. Die sicherste Form der Verhütung ist die Sterilisation der Frau bzw. Sterilisation des Mannes (Vasektomie).

Kostenlose Beratung für Frauen und Männer aller Altersstufen

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an eines der Institute und lassen Sie sich – wenn sie möchten gemeinsam mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin – eingehend von ExpertInnen beraten. Sie werden bei der Findung des passenden Verhütungsmittels unterstützt. Achten Sie auf neutrale und objektive Beratung, unbeeinflußt von den Interessen der Pharmafirmen.

Verhütungsworkshops für Schulen und Gruppen

Für Schulen oder Gruppen bieten zB das pro:woman Ambulatorium kostenlose Verhütungsworkshops an. Ziel dieser Verhütungsworkshops ist es, den InteressentInnen altersadäquat das Thema Verhütung näherzubringen. Dabei geht es nicht um einen theoretischen Lehrvortrag, sondern um eine möglichst ganzheitliche Vermittlung, die die einzelnen TeilnehmerInnen dort abholt, wo sie sich wissensmäßig gerade befinden. Ein gemeinsames Erarbeiten aller gängigen Verhütungsmittel (Pille, Kondom, Spirale, Hormonspritze, usw.) und deren richtige Anwendung stehen ebenso am Programm wie das Einbringen persönlicher Fragen. Auch eine möglichst breite Kenntnis darüber, wohin sich die TeilnehmerInnen in einer Krisensituation hinwenden können, wird vermittelt (Stichwort Pille danach).

Wir bieten diese Workshops für Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, aber auch nach dem train-the-trainer-Prinzip für alle Personen, die im Sozial- oder Jugendbereich tätig sind, an. Die Gruppengröße sollte nicht mehr als 15 Personen betragen; sie kann auch gemischt sein zwischen männlichen und weiblichen TeilnehmerInnen.


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