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Gesundheit Text: Mag. pharm. Viktor Hafner

Apotheker als Beruf: Fachkraft statt Pillenverkäufer!

Mit dem Begriff „Apotheke“ verbinden die meisten Menschen die Abgabe von Medikamenten und die Information dazu. Der Beruf des Apothekers umfasst jedoch viel mehr.

Apothekerin nimmt Medikament aus dem Regal
© racorn/ 123rf.com | Vor allem Frauen entscheiden sich gerne für den Beruf als Apothekerin.

Apothekerinnen und Apotheker haben nicht nur die Aufgabe, vom Arzt verschriebene Medikamente auszuhändigen. Fachlich kompetente Auskünfte zu Arzneimitteln zählen zu ihren Kernkompetenzen.

Aufgaben und Qualifikationen eines Apothekers sind vielseitig

Die Apothekerinnen und Apotheker beraten jeden Tag tausende Menschen, wie und wann sie ihre Medikamente richtig einnehmen, wie sie zu dosieren sind und welche Neben- und Wechselwirkungen sie hervorrufen können. Im Gespräch empfehlen sie auch passende rezeptfreie Arzneimittel und stehen der Bevölkerung als wichtige Ansprechpartner in vielen Gesundheitsfragen zur Verfügung, z.B. wenn es um die korrekte Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln, einen individuell abgestimmten Bewegungsplan oder gesunde Ernährung geht.

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Ausbildung zum Apotheker: Pharmazie studieren!

In der Apotheke werden außerdem Arzneimittel nach individuellen Bedürfnissen angefertigt. Diese „magistrale Zubereitungen“ erfordern hohe handwerkliche Fertigkeit und ein großes pharmazeutisches Wissen. Dieses eignen sich die Apothekerinnen und Apotheker im fünfjährigen Studium der Pharmazie an der Universität an, wo sie ihre Kenntnisse in Physik, Chemie, Botanik und Biologie, Physiologie, Pharmakologie, Toxikologie, Ernährungslehre, Hygiene und Mikrobiologie vertiefen. Anschließend absolvieren sie – analog zum Turnus der Mediziner – ein Aspirantenjahr in einer Apotheke, um dann als Apothekerin oder Apotheker in einer Apotheke arbeiten zu dürfen. Jährlich schließen mehr als 270 Studenten ein Pharmaziestudium ab.

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Apothekerin und Apotheker in der Ausbildung.
© kasto/ 123rf.com | Studium oder Lehre? Beides ist auf dem Weg zum Apotheker möglich!

Lehrberuf in der Apotheke: Ausbildung zum PKA

Eine weitere Berufsgruppe in der Apotheke sind die Pharmazeutisch kaufmännischen Angestellten, kurz PKA. Der Lehrberuf dauert 3 bzw. für Maturanten 2 Jahre und schließt mit einer Prüfung ab. PKAs unterstützen die Apothekerin, den Apotheker bei der Kundenbetreuung und Herstellung von Arzneimitteln und betreuen das Lager der Apotheke. Die Lehre zum PKA zählt zu den beliebtesten Lehrberufen, besonders bei Frauen, da auch hier der persönliche Kontakt mit Menschen im Vordergrund steht.

Gehalt eines PKA

Der durchschnittliche Bruttogehalt pro Monat eines Apothekerlehrlings ohne Matura beträgt im ersten Lehrjahr 622 Euro, im 2. Lehrjahr 769 Euro und im 3. Lehrjahr 1.051 Euro. (Quelle: www.pkainfo.at )

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Apotheker Einstiegsgehalt: Wie viel verdient ein Apotheker?

Mehr als 16.000 Personen sind in Österreich in einer von 1.400 öffentlichen Apotheken beschäftigt. Rund 6.000 Personen davon sind als Apothekerin oder Apotheker tätig, fast 7.000 Personen arbeiten als PKA. In Wien arbeiten mehr als 1.500 ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker und knapp 1.700 PKAs in einer der 325 Apotheken. Das durchschnittliche Bruttoeinstiegsgehalt eines Apothekers beträgt € 3.906,-. (Quelle: Pharmazeutische Gehaltskasse)

Hoher Anteil an Frauen und Quereinsteigern

Fast 90% aller Angestellten in Apotheken sind Frauen. Jede zweite Apotheke wird von einer Frau geführt. Ein Grund dafür ist, dass der Apothekerberuf ein hohes Maß an sozialen und kommunikativen Fähigkeiten, ein gutes "G‘spür" für Menschen und großes Einfühlungsvermögen erfordert. Apothekerinnen und Apotheker müssen sich rasch auf die Bedürfnisse des einzelnen einstellen können, denn jeder Kunde bzw. Patient hat seine eigene Gesundheitsgeschichte.

Auch die Arbeitszeiten in den Apotheken kommen besonders Frauen entgegen. Die Diensteinteilung ist nach Stunden oder auch tageweise möglich. Pro Apotheke ist immer mindestens ein ausgebildeter Apotheker anwesend.

Migration als Chance und Herausforderung

Kommunikation und Verständnis spielen im Gesundheitsbereich eine große Rolle. Besonders in Wien, wo der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund hoch ist, stellen sich die Apotheken darauf sehr gut ein. Denn auch unter den Apothekenmitarbeiterinnen und –mitarbeitern herrscht eine große kulturelle Vielfalt.

Neben Deutsch werden in einer Wiener Apotheke durchschnittlich weitere 4 Sprachen gesprochen. Die Kundenberatung in der Muttersprache gewährleistet eine richtige Anwendung der Arzneimittel und erhöht das Gesundheitsbewusstsein bei allen Bewohnern der Stadt. Als Nahversorger erfüllen die Apotheken damit eine wichtige Funktion im Gesundheitssystem.

Die fachlichen Leistungen der Apothekerinnen und Apotheker werden sehr geschätzt: Seit Jahren zählen sie zu den Top 3 der vertrauenswürdigsten Berufsgruppen in Österreich.

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Vorsorge: Impfungen in der Apotheke

Auch Vorsorge- und Gesundheitschecks werden über die Apotheken angeboten und durchgeführt. Vor allem Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Gewicht und Bauchumfang messen die Apothekerinnen und Apotheker häufig. Immer wieder finden auch spezielle Aktionen wie Lungentestwochen oder Raucherberatungswochen statt.

» Wie wichtig sind Vorsorgeimpfungen?

Eine wichtige Vorsorgemaßnahme ist die Impfung. Apothekerinnen und Apotheker klären über Reise-, Kinder- und allgemeine Schutzimpfungen auf und bieten laufend Impfaktionen zu FSME, Influenza, Pneumokokken oder Meningokokken an.

» Alle Infos zur Zeckenimpfung finden Sie hier!

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