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19. internationaler Welt-AIDS-Tag

Informationen über den 19. internationalen Welt-AIDS-Tag.

Welt-AIDS-Tag

19. internationaler Welt-AIDS-Tag

Umfrageergebnisse - Hauptthema: Accountability

"Stop AIDS - Keep the Promise", lautet das Motto des 19. internationale Welt-AIDS-Tag, der am 1. Dezember 2006 begangen wird. Das Hauptthema "Accountability" ruft alle dazu auf, verantwortungsvoll und zuverlässig zu handeln.

"Der Anstieg der HIV-Neuinfektionen in Afrika und Asien aber auch in Osteuropa stellt uns alle vor neue Herausforderungen", sagt Mag.a Renate Brauner, Amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales und berichtet weiters: "Auch in Österreich infizieren sich nach wie vor ein bis zwei Menschen pro Tag mit HIV, besonders heterosexuelle Frauen sind immer stärker betroffen. Eine bundesweite, zielgruppenspezifische Aufklärung ist dringend erforderlich."

AIDS-Prävention

Umfrageergebnisse zeigen, dass in Wien junge Erwachsene ebenso wie Männer, die Sex mit Männern haben, sehr gut über HIV/AIDS informiert sind. Noch nicht optimal läuft es mit der Umsetzung des Wissens.

Ein Drittel der befragten jungen Wienerinnen und Wiener geben an, nie Kondome zu benützen. Auch bei den schwulen Männern sieht es bezüglich verantwortungsvollem Handeln nicht viel besser aus. Vor allem fixe Beziehungen verleiten viele dazu, auf Safer Sex zu verzichten und sich selbst und ihren Partner einem Risiko auszusetzen.

"Internationale Präventionskonzepte, die auf Abstinenz und Treue aufbauen, gehen an der Lebensrealität vorbei. Auch wenn die Menschen es nicht mehr hören wollen, ist das Kondom die einzige realistische Möglichkeit, sich vor HIV/AIDS zu schützen", erklärt Dennis Beck, Obmann der Aids Hilfe Wien, und betont die Notwendigkeit weiterer Präventionsarbeit: "Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass die Leute viel wissen. Es ist wichtig, dass das Wissen auch umgesetzt wird. HIV und AIDS machen Safer Sex heute ebenso notwendig wie vor 25 Jahren".

Leider bestehen vor allem bei jungen Menschen nach wie vor Mythen, die die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV/AIDS fördern. Vielen ist nicht klar, dass man sich beim Küssen oder im Schwimmbad nicht mit HIV infizieren kann. Beck: "Es muss noch mehr darüber informiert werden, dass im allgemeinen Zusammenleben - abseits von sexuellen Kontakten - kein HIV- Ansteckungsrisiko besteht, um der Ausgrenzung von Menschen, die mit HIV/AIDS leben, erfolgreich entgegen zu wirken."

Dasselbe Ziel verfolgt auch die Stadt Wien, wie Stadträtin Brauner unterstreicht: "Enttabuisierung und Aufklärung sowie Beratung und Therapie sind von großer Wichtigkeit, will man erfolgreich gegen die Immunschwächekrankheit ankämpfen. Dazu gehört auch die Solidarität mit den Betroffenen und der Kampf gegen Diskriminierung. Denn viele wagen es nicht, über ihre Erkrankung zu sprechen, weil sie Angst vor sozialer Ausgrenzung und Isolation haben. Deshalb unterstützt die Stadt Wien u. a. die Aids Hilfe Wien oder auch den international einzigartigen Life Ball im Rathaus - und wird dies selbstverständlich auch in Zukunft tun."

Leben mit HIV/AIDS

Die Situation Betroffener wird in Österreich zunehmend schlechter. Von den 603 HIV-infizierten Klient/innen, die derzeit von den Sozialarbeiter/innen der Aids Hilfe Wien betreut werden, leben 90% unter der Armutsgrenze. "Nur 10% stehen im Arbeitsleben. Den anderen ist die Ausübung eines Berufes meist aufgrund psychischer oder zusätzlicher körperlicher Erkrankungen nicht möglich", erklärt Mag.a Claudia Kuderna, Geschäftsführerin der Aids Hilfe Wien.

Eine neue Herausforderung stellt das Älterwerden mit HIV/AIDS bzw. die Betreuung älterer Menschen mit HIV/AIDS dar. "In Österreich liegt das Durchschnittsalter bei der HIV-Erstdiagnose heute bei 30 und das Durchschnittsalter der HIV-Patient/innen bei 42 Jahren. 6% der HIV-Patient/innen sind über 60", berichtet Kuderna, und erläutert weiter: "Bei den Klient/innen der Aids Hilfe Wien ist der Anteil der 50 bis 72-Jährigen seit 2004 von 4% auf 10% gestiegen und mehr als die Hälfte dieser Menschen ist allein stehend." Durch spezielle Fortbildungsangebote, die ab 2007 realisiert werden, will die Aids Hilfe Wien einer Diskriminierung alter HIV-positiver Manschen im Altenbetreuungs- und Pflegebereich vorbeugen.

Alle Projekte, die die Aids Hilfe Wien für ihre HIV-positiven Klient/innen durchführt, werden mit Spendenmitteln und der finanziellen Unterstützung von Sponsoren finanziert. Der größte private Unterstützer der Aids Hilfe Wien ist der Verein Aids Life mit jährlich weit mehr als 100.000 Euro.

Aktivitäten der Stadt Wien

Die Stadt Wien fördert die Tätigkeit der Aids Hilfe Wien mit rund 650.000 Euro im Jahr. Darüber hinaus werden der Life Ball, die Vereine HIVmobil und Rosa Lila Tip sowie das Unterstützungsinstitut für HIV-Infizierte unterstützt. Im Bereich der Behandlung bietet die Stadt Wien mit drei spezialisierten Anlaufstellen im AKH, im Otto Wagner-Spital und im Krankenhaus Hietzing sehr gute medizinische Versorgung für die Wiener AIDS- Patient/innen - sowohl stationär als auch ambulant.

Aids Life national und international

"Weltweit ist die Situation verheerend", zeichnet Nobert Kettner, Vorstandsmitglied und Kassier des gemeinnützigen Life Ball-Trägervereins Aids Life ein düsteres Bild. "Seit Aids Anfang der 1980er Jahre entdeckt wurde, sind 25 Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben, 65 Millionen haben sich seither infiziert." HIV/Aids ist vor allem eine globale Gesundheitskrise. Laut dem UN-Bericht über die menschliche Entwicklung 2005 ist HIV/Aids "für die bisher größte Umkehrung der menschlichen Entwicklung" verantwortlich. In vielen afrikanischen Ländern verursacht Aids eine Generationslücke bei Erwachsenen im jungen und mittleren Alter - also genau bei jenen Menschen, deren Arbeit und Kenntnisse für die wirtschaftliche Produktivität und die Vermittlung von Werten und Wissen an die nachfolgende Generation von Bedeutung sind.

"Aufgrund dieser Entwicklung hat sich Aids Life 2001 entschlossen, auch international tätig zu werden", so Kettner. Die Hälfte des Life Ball-Reinerlöses bleibt seither weiterhin in Österreich, um damit nationale Hilfsprogramme unterstützen zu können, die restlichen 50 Prozent kommen über international renommierte Kooperationspartner wie die Elton John Aids Foundation oder die American Foundation for Aids Research Menschen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten der Welt zugute - in Afrika, Russland, Asien und dem Südpazifik.

"Den größten Stellenwert national wie international haben Aktivitäten, die HIV-positiven und an Aids erkrankten Menschen unmittelbar zugute kommen", erklärt Norbert Kettner die Prinzipien der Geldervergabe. "Oft hat eine Infizierung mit dem HI-Virus oder die Erkrankung an Aids den sozialen Absturz zur Folge - man spricht in diesem Zusammenhang von 'sozialem Aids'. Selbst wenn Grundbedürfnisse wie die medizinische Versorgung gesichert sind, können schon kleine Reparaturen im Haushalt oder gestiegene Heizkosten für den Einzelnen zum unbewältigbaren Problem werden". Aids Life unterstützt daher bevorzugt Organisationen, die in solchen Fällen Direkthilfe leisten. Darüber hinaus berücksichtigt Aids Life bei der Geldervergabe auch Vereine, die sich um die sozialen Kontakte von Menschen mit HIV/Aids kümmern und dafür die notwendigen strukturellen Voraussetzungen anbieten können. National ist die Aids Hilfe Wien die meistbegünstigte Organisation von Aids Life.

Über die Vergabe der Gelder entscheidet der Vorstand von Aids Life unter fallweiser Beiziehung renommierter Kuratoren aus den Bereichen Medizin und Sozialarbeit.

Aids Life - die Zukunft

"Anhand der weltweit dramatischen Situation ist klar, dass Aids Life sein internationales Wirkungsfeld ausweiten muss", skizziert Gery Keszler, Obmann von Aids Life und Organisator des Life Balls, die nähere Zukunft. "Der Life Ball feiert 2007 sein 15-Jahr-Jubiläum und nimmt dies zum Anlass, eine neue eigenständige Veranstaltung ins Leben zu rufen, deren Erlös internationalen Projekten zugute kommen wird.

Die Aids Life Gala am 25. Mai 2007

Aids life plant am Vorabend des Life Balls, der am 26. Mai 2007 stattfinden wird, eine klassische, hochkarätige Gala mit einer Auktion, mehrgängigem Haubenmenü und zwei bis drei außergewöhnlichen künstlerischen Programmpunkten im Großen Festsaal des Wiener Rathauses. "Die Gala einen Tag vor dem Life Ball birgt den enormen Vorteil, dass der stets aufwändig gestaltete VIP-Bereich im Festsaal ohne Mehrkosten ein zweites Mal genützt werden kann. Die Relation Investition/Reingewinn fällt somit optimal aus", so Gery Keszler. Darüberhinaus möchte Aids Life mit dieser Veranstaltung, die nur 500 Personen zugänglich sein wird, neue Besucherschichten aus Wirtschaft, Kultur und internationaler Society ansprechen. "Mit der Aids Life Gala und dem Life Ball soll Wien für ein Wochenende zum internationalen karitativen Mittelpunkt im Zeichen des Red Ribbons werden."

Neue Kooperationspartner von Aids Life

Das Le Méridien, das Hotel Imperial und das Hotel Bristol sind 2007 die neuen Hotelpartner von Aids Life. "Diese drei Häuser zwischen großer Tradition und zeitgemäßer Moderne sind in ihrer vielfältigen Ausrichtung und ihrer Kapazität ideal für die Verwirklichung der beiden Veranstaltungen Aids Life Gala und Life Ball", freut sich Keszler. Zum Auftakt der Zusammenarbeit wird das Le Méridien im Zeitraum von 29. November bis 31. Dezember 2006 jeweils einen Euro einer jeden in der Austernbar verkauften Auster - und die Hotels Imperial und Bristol im selben Zeitraum ebenfalls einen Euro pro verkaufter Imperial-Torte an die Aids Hilfe Wien spenden.

Um den internationalen Auftritt auch optisch zu transportieren, wird sich die Agentur für Kommunikationsdesign section.d in den nächsten Monaten intensiv um eine neue CI für Aids Life und den Life Ball kümmern. Dazu zählen der Relaunch der Life Ball Homepage sowie der Style Bible, die Umsetzung einer Aids Life Website und die Neugestaltung sämtlicher Drucksorten.

 

Text + Bild: Rathauskorrespondenz

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