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Unwetterwarnsystem INDUS

Informationen über das neue Unwetterwarnsystem INDUS.

Hightech aus Wien: Unwetterwarnsystem INDUS setzt neue Maßstäbe

Förderwettbewerb Safe & Secure Vienna 2006 des ZIT Zentrum für Innovation und Technologie abgeschlossen

Der Klimawandel hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass extreme Wetterphänomene und Unwetterkatastrophen auch in Österreich stark zugenommen haben. Hochwasser, Lawinenkatastrophen oder heftige Stürme gefährden immer öfter Menschenleben und sorgen für Schäden in Millionenhöhe. Das Siegerprojekt des Förderwettbewerbs (Call) Safe & Secure Vienna 2006 des ZIT Zentrum für Innovation und Technologie, der Technologieagentur der Stadt Wien, soll nun einen Technologiesprung in der Extremwetter-Vorhersage ermöglichen und so zu mehr Sicherheit beitragen. INDUS (individualisiertes, dynamisches Unwettersystem) heißt das Unwetterprognosemodell, das vom Wiener Unternehmen meteomedia entwickelt wird und das erstmals Personen bezogene - und nicht nur ortsbezogene - Wetterprognosen und damit weitaus exaktere Unwetterwarnungen als bisher erlaubt.

Mit diesem in Europa einzigartigen System kann in Zukunft Naturkatastrophen wie z.B. Überflutungen oder schweren Stürmen wesentlich effizienter vorgebeugt werden. "Der Einsatz moderner Technologien kann ganz entscheidend zu mehr Sicherheit bzw. zur Reduktion von Gefährdungen aller Art beitragen. Deshalb fördert das ZIT im Rahmen von Safe & Secure Vienna 2006 zehn innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Wiener Unternehmen aus den Bereichen Sicherheit und Unfallvermeidung mit insgesamt 1,2 Millionen Euro", sagt ZIT-Geschäftsführerin Mag.a Edeltraud Stiftinger. Das Siegerprojekt INDUS von meteomedia sieht Stiftinger als "herausragendes Beispiel für die hohe Kompetenz von Wiener Firmen im Bereich Forschung & Entwicklung." Seit 2002 hat das ZIT, ein Tochterunternehmen des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), bereits 14 Förderwettbewerbe durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 167 F&E-Projekte mit 27 Millionen Euro gefördert und damit ein Investvolumen von rund 115 Millionen Euro ausgelöst.

Mehr Sicherheit durch exaktere Unwetterprognosen

Systeme zur Vorhersage von Unwetterkatastrophen gibt es mehrere. Was ist nun das Besondere an INDUS? "Mit INDUS bricht eine neue Ära der Wettervorhersage an. Basierend auf mobiler Ortung, Satellitendaten, Wetterradar und Bodenstationen wird es erstmals keine allgemeinen ortsbezogenen, sondern individuelle und Personen bezogene Warnungen geben", erklärt Mag. Manfred Fassnauer, Geschäftsführer von meteomedia. Starre Warnstufen, die für ein großflächigeres Gebiet allgemeine Wettervorhersagen liefern, gehören damit der Vergangenheit an.

Besonders für Einsatzkräfte, Behörden und Katastrophenschutz ergeben sich dadurch bei extremen Unwettern ganz neue Möglichkeiten für präventive Sicherheitsmaßnahmen. So können INDUS-User ein individuelles Profil erstellen und angeben, vor welcher Art von Unwetterkatastrophen bzw. ab welchen Schwellenwerten sie gewarnt werden möchte. Bei einer drohenden Gefahr alarmiert INDUS aktiv die EndverbraucherInnen.

Warnsystem alarmiert nach individuellen Bedürfnissen

Ein Beispiel: In Hochwasser gefährdeten Orten kann die Niederschlagsmenge, die zu Überflutungen eines Baches und in Folge zu Zerstörungen führt, über INDUS definiert werden. Kündigt sich nun ein Unwetter an, das eine derart hohe Niederschlagsmenge erwarten lässt, schlägt INDUS Alarm und informiert sofort mittels SMS, Anruf oder E-Mail. Sicherheitsmaßnahmen können somit rechtzeitig ergriffen werden, etwa die Verstärkung von Dämmen. Die Art und Weise der Benachrichtigung können BenützerInnen von INDUS in einem Profil selbst festlegen, ebenso wie Vorwarnzeiten, Schwellwerte oder präzise Ortsangaben.

Behörden und Katastrophenschutzeinrichtungen haben mit INUDS erstmals ein Tool, das es erlaubt, auch nichtmeteorologische Daten wie Flusspegel oder Schadstoffmessungen in das ganzheitliche Warnsystem einzubinden.

Eine weitere Besonderheit von INDUS, das 2008 in die Testphase gehen soll, ist das integrierte Sprachtool. "Wie auch das Wetter macht INDUS nicht vor Staatsgrenzen halt. Mit INDUS wird ein international skalierbares Unwettersystem geschaffen, dass es erlaubt, Warnungen in den jeweiligen Landessprachen zu erhalten. Somit können zukünftig von Wien aus z.B. auch die Länder in Ost- und Südosteuropa mit Unwetterwarnungen versorgt werden", erklärt Fassnauer.

Aufwertung des Standorts Wien

"Mit der Entwicklung von INDUS wird der Standort Wien innerhalb der meteomedia-Gruppe zu einem bedeutenden Forschungsstandort aufgewertet", so meteomedia-Geschäftsführer Fassnauer, der Wien in Zukunft als wichtige Drehscheibe für Katastrophenvorhersage und Unwettervorwarnsysteme sieht.

Die meteomedia GmbH wurde 2004 in Wien gegründet. Das junge Wiener Unternehmen mit 14 MitarbeiterInnen ist ein Dienstleistungsunternehmen, das sich v.a. auf die Erstellung von Wetterprognosen und Unwetterwarnungen spezialisiert hat. meteomedia greift zusätzlich zu staatlichen Wetterbeobachtungen auf ein eigenes Netz von 500 Wetterstationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zurück, wodurch exakteste Prognosen möglich sind. Zu den KundInnen zählen große Infrastrukturunternehmen und Versicherungen wie die ÖBB, Uniqa und die A1-Mobilkom, aber auch Medien wie "Die Presse", der "Online- Standard" und die Niederösterreichischen Nachrichten. Die meteomedia-Unwetterzentrale mit Sitz in Wien versorgt über 140.000 Privatpersonen und mehr als 40 % aller österreichischen Gemeinden mit postleitzahlgenauen Unwetterwarnungen. Auch Behörden und Katastrophenschutzeinrichtungen vertrauen auf die Warnungen der rund um die Uhr besetzten Unwetterzentrale.

ZIT-Förderwettbewerb deckt breites Spektrum ab

Neben INDUS hat das ZIT noch neun weitere F&E-Projekte von Wiener Betrieben im Rahmen von Safe & Secure Vienna 2006 gefördert. Der Förderwettbewerb war für alle Technologiebereiche offen. Entsprechend breit gefächert ist auch die Bandbreite der geförderten Vorhaben. Sie reicht von der Reduktion der Feinstaubbelastung am Arbeitsplatz über Warnsysteme für mehr Sicherheit im Straßenverkehr bis hin zu einem Überwachungs- und Leckortungssystem für Tankanlagen. Die Gesamtfördersumme von 1,2 Millionen Euro löst insgesamt ein Investitionsvolumen von 3,6 Millionen Euro aus.

14 Calls seit 2002 - 167 F&E-Projekte mit 27 Millionen Euro gefördert

Die Calls für betriebliche Forschung und Entwicklung sind das "Herzstück" der Wiener Technologieförderung durch das ZIT. Seit dem Jahr 2002 hat die Technologietochter des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds 14 Förderwettbewerbe (u. a. zu Themen wie Life Sciences, Informations- und Kommunikationstechnologien, Verkehr, Frauen in der Forschung, grenzüberschreitende Kooperationen, innovative Dienstleistungen) durchgeführt.

Dabei wurden 167 F&E-Projekte von Wiener Unternehmen mit insgesamt rund 27 Millionen Euro gefördert und damit ein Investitionsvolumen von rund 115 Millionen Euro ausgelöst. Bewertet werden die eingereichten Vorhaben von international besetzten ExpertInnenjurys. Für die drei besten Projekte werden zusätzlich zur Förderung auch Preisgelder in der Höhe von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro vergeben.

Innovative Material- und Werkstofftechnologien gesucht

Aktuell läuft gerade der Call Materials Vienna 2006. Dabei fördert das ZIT die Entwicklung neuer Materialien und innovativer Werkstofftechnologien von Wiener Unternehmen. Noch bis 21. September können F&E-Projekte online unter www.zit.co.at/ eingereicht werden. Insgesamt stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, die besten Projekte können mit bis zu 500.000 Euro gefördert werden.

Förderbar sind unter anderem F&E-Projekte aus folgenden Bereichen: Nanomaterialien, Nanobeschichtungen, Metalle und Legierungen, Farben- und Lacktechnologien, intelligente Werkstoffe, innovative Kunststoffe, biokompatible Materialien, Halbleitersysteme, Supraleiter, nachwachsende Rohstoffe und Recycling.

Webtipps:

www.zit.co.at/
www.meteomedia.at/
www.unwetterzentrale.at/

Text: Rathauskorrespondenz

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