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Tiere Text: Claudia Brangian

Marder-Alarm: Wie Sie den Steinmarder von ihrem Auto fernhalten

Das „niedliche“ Tier kostet Autobesitzer jährlich tausende Euro in Schäden und viele Nerven. Diese erkundungsfreudigen Tiere finden Nahrung und Schutz in den Wohngebieten und fürchten sich nicht vor Menschen. Wieso Marder an sämtlichen Autoteilen leidenschaftlich knabbern und was Sie tatsächlich dagegen unternehmen können.

Kleiner Marder der über eine grüne Wiese läuft
© 123rf.com | So süß er auch aussieht, der Marder ist ein kleiner Autoschreck!

Marder und Autos, Liebe auf den ersten Blick 

Die wiederkehrende Frage stellt sich von alleine, wenn Sie Ihre Motorhaube aufmachen: Warum zerbeißen Marder Kabel und wieso gerade in meinem Auto? Die Theorie, nach der Kabel und Gummi für Marder eine unwiderstehliche Versuchung sind, ist schon lange widerlegt. Vielmehr ist der Marder, wie jedes  Wildtier, immer auf der Suche nach sicheren Rückzugsorten, die einen möglichst guten Schutz vor anderen Raubtieren bieten und im besten Fall auch noch warm und behaglich sind. Welcher Unterschlupf bietet all das? Ihr Auto! Teilweise machen Marder es sich so bequem, dass sie den Motorbereich Ihres Autos noch mit Zeitungsresten oder Blättern auskleiden.

Ab diesem Zeitpunkt ist Ihr Auto nicht mehr wirklich Ihres, denn der eingezogene Marder wird seinen neuen Besitz mit Krallen und Zähnen verteidigen, sobald ein Eindringling sein Revier betritt. Dies passiert vor allem dann, wenn Sie Ihr Auto an mehreren Plätzen parken, wo möglicherweise auch mehrere Marder verweilen. Diese Tiere sind sehr territorial und hinterlassen ihre Duftspuren dort, wo sie sich häuslich eingerichtet haben. Sobald aber ein zweites Tier dasselbe Auto ins Visier genommen hat, wird dieses die Spuren seines Vorgängers löschen, indem es sein neues Revier wortwörtlich zerbeißt. Besonders in der Paarungszeit (Juni bis August) werden Marder ziemlich aggressiv und dies führt zu extremem Kabelbeißen auf Kosten der ratlosen Autobesitzer. Angenagte Zündkabel, Gummimanschetten und Kühlwasserschläuche beeinträchtigen massiv die Funktionstüchtigkeit ihrer Fahrzeuge und können zu Pannen führen.

Marderabwehr: Dem Marder den Kampf ansagen

Zugegeben, es gibt kein Wundermittel, das Ihr Auto 100% vor Marder-Attacken schützen kann. Wer den Begriff „Marderabwehr“ in Google eintippt, kommt zu mehr oder weniger bekannten Hausmitteln und Ideen im Kampf gegen das bissige Tierchen. Das Netz ist bekanntlich einfallsreich und teilweise sehr skurril. Von Stacheldraht bis hin zu Urin oder mit Hundehaaren gefüllten Strumpfhosen, gibt es unzählige Abwehrmethoden, die Sie testen können, bis Sie die perfekte Kombination gefunden haben.

  • WC-Steine
  • Urin
  • Nylonstrumpfhose gefüllt mit Hundehaaren

Letztere sollen angeblich den Marder von unter der Motorhaube vertreiben, da der Geruch unangenehm ist und auf viel größere Tiere hinweist, mit denen er sich sicher nicht anlegen will. Allerdings lässt sich der Allesfresser mit diesen Methoden nur kurzfristig abschrecken. Sobald der Geruch verflogen ist, so verschwindet auch seine Wirkung und der Marder kehrt fröhlich zum Tatort zurück, den er ja bereits als sein Revier markiert hat.

Marderfallen und Marderschreck

Wenn herkömmliche Hausmittelchen den Marder nicht vertreiben können, versuchen Sie es doch einmal mit einem Drahtgitter: Je nachdem wie gerne Sie basteln, können Sie selber diesen Schutz zusammenstellen oder von einer handwerklich begabten Person anbringen lassen. Das wichtigste ist, das Gitter so zu platzieren, dass der Marder keinen Zugang zu Motorraum oder Hohlräumen hat.

Gelbes Schild mit Marder der ein Kabel zerbeißt
© 123rf.com | Effektive Marderabwehr: Was hilft wirklich?

Ultraschall: Wie Hunde haben Marder ein sehr ausgeprägtes Gehör und die Ultraschallwellen (für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar) sind für ihn sehr störend. Sie finden das spezielle Gerät sowohl online als auch im Elektrohandel. Also: Ultraschall einfach unter der Motorhaube platzieren, einschalten und sich darauf verlassen, dass das Tier von nun an anderswo verweilen wird.

Eine weitere Möglichkeit bieten Elektroschocker. Die wirksamste Maßnahme, basierend auf dem Weidenzaun-Prinzip, die nachhaltig funktioniert. Dieser „Marderschreck“, Sie finden ihn online oder in Fachgeschäften, lässt sich im Motorbereich positionieren und ist nicht gefährlich für das Tier. Sobald der Marder den Bereich berührt, bekommt er einen Stromschlag, der ihn entmutigen soll, besagten Motorraum erneut zu besuchen. Bevor Sie aber den Elektroschock-Sensor anbringen lassen, empfehlen auch die Experten von der ÖAMTC sicherheitshalber eine gründliche Motorwäsche, um eventuelle Duftspuren zu beseitigen.

Inzwischen gibt es auch Hersteller, die Kombinationsgeräte anbieten und somit Ultraschall- und Elektroschock in einem einzigen Abwehrgerät vereinen. Diese Geräte eignen sich besonders gut für größere Motoren bzw. Fahrzeuge.

Die effektivste Schutzmaßnahme vor den Attacken des kleinen Nagetiers ist eine Motorversiegelung. In diesem Fall ist der Motorraum so abzudichten, dass dem Tier jegliche Zugänge komplett versperrt werden. Inzwischen bieten viele Autohersteller einen Marderschutz für verschiedene Automodelle an und es lohnt sich, bei der Fachwerkstatt Ihres Vertrauens nachzufragen.

Wird ein Marderschaden von der Versicherung abgedeckt?

Wenn Sie aber trotz aller eingesetzten Maßnahmen weiterhin von hartnäckigen Mardern gequält werden, werden Sie wohl öfters - je nach Ausmaß des Schadens - tiefer in die Geldbörse greifen müssen. Der eine oder andere Besuch in der Werkstatt kann zwischen 150 und 500 Euro teuer sein, abhängig von den geschädigten Teilen.

In solchen Fällen hilft aber eine Kasko-Versicherung: In Hinblick auf kostspielige Marderschäden haben viele Versicherungsgesellschaften solche Schäden in ihre Polizzen aufgenommen. Je nach Anbieter sind aber die Bedingungen anders, so zahlt z.B. die eine Versicherung bis zu einem gewissen Betrag für die Ersatzteile, aber nicht für die Folgeschäden, wie beispielsweise Kurzschlüsse und Motorschäden. Daher es ist ratsam, sich vorab ausführlich über die genauen Bedingungen bei der Versicherungsgesellschaft Ihrer Wahl zu informieren.

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