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Tiere Text: Zoe Hackenberg

Waldtiere, Feldhasen und Co in Not

Der Frühling ist da und mit ihm startet die Brut- und Setzzeit der Tierwelt. Auch Wiens Wildtiere bekommen Nachwuchs. Das Zusammentreffen von Mensch und Wildtier kann gefährlich sein. Warum das vor allem für die Jungtiere der Feldhasen zutrifft, erfahren Sie hier.

Feldhase auf einer Wiese mit einer Blume in der Schnauze
© pixabay.com | Der Feldhase lässt sich im Frühling wieder öfters blicken.

Wildtiere im urbanen Raum

Wien ist eine der grünsten Großstädte Europas und bietet daher ideale Lebensbedingungen für verschiedenste Wildtierarten. Ihr Vorkommen konzentriert sich vor allem auf die größeren Grünflächen der Stadt wie die Donauauen, den Wiener Wald und den Prater. Viele von ihnen leben auch in unmittelbarer Nähe zum Menschen, zum Beispiel am Stadtrand, aber auch in Parks und Gärten fühlen sich die Tiere wohl. Wilddtiere sind auch fixe Bestandteile im Stadtbild wie etwa Tauben und Eichhörnchen. Eher im Verborgenen leben Rehe, Wildschweine und Füchse und die kleineren Tierarten wie Hase, Igel und Maulwurf.

Begegnungen mit Wildtieren verlaufen meist friedlich, auch wenn es sich um als Raubtiere eingestufte Tierarten handelt, wie etwa Füchse, Steinmarder oder Dachse. Da sich sogar Wildschweine und Füchse mittlerweile an den Umgang mit dem Menschen gewöhnt haben, ist es nicht weiter verwunderlich, wenn diese bei einer Begegnung nicht sofort die Flucht ergreifen.

Verletztes Wildtier gefunden: Die richtige Hilfe

Nicht jedes verhaltensauffällige Wildtier benötigt unbedingt Hilfe. Eindeutige Indizien, dass das gefundene Tier in Not ist, sind offene, blutende Wunden oder Jungtiere ohne Fell an gefährlichen Orten, wie Fahrbahnen oder Gehsteige.

Grundsätzlich gilt: Wildtiere nicht berühren! Für viele Jungtiere kann eine Berührung den Tod bedeuten, da sie durch die fremden Gerüche von der Mutter verstoßen werden könnten. Ein Wildtier zu berühren kann auch für den Menschen gesundheitliche Risiken bergen. Füchse sind beispielsweise Überträger von Tollwut und dem Fuchsbandwurm, aber auch eine Ansteckung mit Staupe oder Räude ist im Kontakt mit Wildtieren ein Thema.

Prinzipiell besteht in Österreich keine Ansteckungsgefahr mit Tollwut, trotzdem sollte man nach einer Berührung mit einem Wildtier unverzüglich die Hände waschen.

Wild- und Waldtiere haben rechtlich gesehen zwar keinen Besitzer, das heißt jedoch nicht, dass man sie einfach mit nach Hause nehmen darf. Rehe, Wildschweine, Hasen und Kaninchen sind gesetzlich gesehen Jagdtiere. Nur zuständige Förster oder Jagdausübungsberechtigte dürfen sich Wildtiere aneignen, ansonsten handelt es sich um eine Straftat.

Verletzte und kranke Tiere müssen umgehend der Polizei oder dem zuständigen Forst gemeldet werden. Belassen Sie das Tier vorerst am Fundort, eigenständige Rettungsversuche sind illegal und verursachen großen Stress bei den Tieren.

Falls sie in Wien ein offensichtlich verletztes Wildtier finden, kontaktieren Sie bitte eine der folgenden Hilfeeinrichtungen:

  • Der unabhängige Verein Pfotenhilfe hat ebenfalls eine Wildtierhotline eingerichtet: Telefon: +43677/61 42 52 26
  • Die Wildtierhilfe Wien ist ein Verein der sich die Pflege hilfsbedürftiger Wildtiere und anschließende Rückführung in ihre natürliche Umgebung zur Aufgabe gemacht hat. Erreichbar von Montag bis Sonntag zwischen 8 und 13 Uhr. Telefon: +43 676 382 15 2
Fuchs auf einer Wiese mit Blick in die Kamera.
© pixabay.com | Auch Füchse sind in der Großstadt heimisch.

Feldhase oder Wildkaninchen? Unterschied

Feldhasen und Wildkaninchen findet man oft in Siedlungen am Stadtrand, in Parks und auf Friedhöfen. Aus Angst vor dem Menschen meiden sie Gebiete, die tagsüber stark besucht sind und suchen diese erst bei Dämmerung oder Nachts auf. Erwachsene Tiere, die trotz Annäherung nicht flüchten, befinden sich in Lebensgefahr und benötigen Hilfe. Feldhasen und Wildkaninchen versuchen sich für gewöhnlich auch bei schweren Verletzungen in Sicherheit zu bringen.  Ob ein Jungtier Hilfe benötigt ist vor allem von Unterscheidung zwischen Feldhase und Wildkaninchen abhängig.

Junge Feldhasen haben offene Augen und sind komplett behaart. Sie werden nicht in Nestern oder Höhlen, sondern im hohen Gras geboren. Das Nest kann eine einfache Feldmulde sein und am Rand von einer Straße oder am Gehweg liegen. Das Muttertier kommt nur alle 12 Stunden vorbei um das Jungtier zu säugen. Die Jungtiere warten geduckt hockend in ihrem Versteck und sind dadurch, dass sie keinen Eigengeruch haben, perfekt getarnt. Sie brauchen keine Hilfe, auch wenn man auf den ersten Blick meint, dass sie zurückgelassen worden sind.

Video

Junge Wildkaninchen werden nackt und blind geboren. Sie sind viel kleiner als Feldhasenjungtiere und haben ein glattes Fell. Da sie sich in Erdhöhlen aufhalten, ist es eher auffällig, wenn ein Wildkaninchenjungtier an der Erdoberfläche gesichtet wird. Um dem Tieren in der Setzzeit von März bis September zu helfen, sollte man auf Gehwegen bleiben und beim Spazieren auf den Hund aufpassen, besonders wenn ein ausgeprägter Jaginstinkt vorhanden ist.

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