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Fussball

Österreich Schweden

Österreich Schweden war der letzte Test vor dem wichtigen Rumänien-Spiel sein sollen. Die Lehren aus dieser 0:2 Niederlage erfahren sie hier.

Österreich Schweden

Die Erwartungen waren groß – zu groß. Beim Spiel Österreich  Schweden gab es wenig Glanzlichter, dafür umso mehr Emotionen. Warum das Länderspiel-Jahr 2009 dennoch anders begonnen hat als der unrühmliche Herbst-Ausklang und warum sich Fussball-Österreich an Statistiken klammert, erfahren sie hier.

Erwartungen groß geredet

Eine markante Eigenschaft der österreichischen Medienlandschaft ist es sich, mit Erfolg, Chancen gegen ,,starke“ Teams groß zu reden. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass im Vergleich zu unseren heimischen Talenten sehr viele Teams stark sind. Die Conclusio nach so einer Partie ist dann, zu einem gewissen Teil zumindest, dass der Gegner doch ein starkes Team war, so wie die Schweden. Ebenfalls vorauszusehen ist die anschließende Trainerdiskussion: Egal ob Leistungssteigerung, Freundschaftsspiel oder Personalrochade (gegen Schweden kamen immerhin 17 Spieler zum Einsatz) – wird ein Spiel verloren, dann wird der Trainer in Frage gestellt. Die Hoffnung auf eine Galionsfigur, die im Training irgendetwas anstellt, sodass wir fortan gewinnen ist immerwährend, genauso wie der Zahlenfetisch. Gegen Schweden hörte man: 1992 wurde das letzte Spiel gegen Schweden verloren, 15 Spiele hatte man schon gegen die Schweden gewonnen; umgekehrt die Schweden gewannen gegen uns nur zehn Spiele etc. Seismographische Daten wurden bei Österreich  Schweden nicht ausgepackt – vielleicht beim nächsten Mal. Die, gar nicht so humoristisch gedachte, Einleitung soll nur eins näher bringen: Österreich  Schweden war ein Freundschaftsspiel, ein wichtiger Test und nicht mehr!

Österreich  Schweden, die ersten 45 Minuten

Obwohl die Schweden nach nur fünf Minuten, durch Markus Rosenberg, hätten führen müssen waren sich die Teams die gesamte erste Halbzeit fast ebenbürtig. Das defensive Mittelfeld, mit Paul Scharner und Jürgen Säumel besetzt, kristallisierte sich schnell als der Dreh-und-Angel-Punkt  heraus. Vor allem Serie-A-Legionär Säumel konnte dabei auch im Spiel nach vorne Akzente setzen. Chancen waren dennoch Mangelware, einzig Säumel konnte in der zwölften Minute aus spitzem Winkel gefährlich aufs Tor schießen. Die Leistung der Mannschaft konnte man kurz und prägnant wie folgt zusammenfassen: Nicht schlecht, aber unter den Erwartungen. Marko Arnautovic deutete wieder einmal sein Talent an, allerdings gelang ihm, wie schon gegen die Türkei, kaum etwas. Andreas Ivanschitz – der Sündenbock der Nation, fiel in eine ähnliche Kategorie: Kein schlechtes Spiel, aber die Spielmacherrolle konnte er nicht erfüllen. Allerdings wurden die Schweden, die, man kann es nicht oft genug betonen, von jeglichen Rankings und ihrer Qualität um einiges über den ÖFB zu stellen sind, neutralisiert und man hatte nie wirkliche Sorgen in Rückstand zu geraten. Selbiges galt aber eben auch für die Schweden, zwei Torschüsse in den ersten 45 Minuten auf das schwedische Tor sprechen eine deutliche Sprache. Somit stand es bei Österreich  Schweden nach 45, eher lauen, Spielminuten 0:0.

Die zweite Halbzeit und der Todesstoss

Mit nur einem Wechsel, Ibertsberger nahm den Platz von Garics in der Verteidigung ein, kam Österreich aus der Kabine und fand sogleich die beste Chance im Spiel vor: In der 48.Minute wurde eine Flanke von Arnautovic auf Hölzl zu Scharner verlängert – dessen Kopfball konnte nur durch eine unglaubliche Reaktion des schwedischen Torhüters Isaksson entschärft werden. Dann plätscherte das Spiel wieder, bis Rasmus Elm in der 58.Minute mit einem Sonntagsschuss, den bis dahin sehr starken, Manninger überraschte. Bevor man sich von dem Schock erholen konnte, wurde es noch trister: Källstrom entschied das Match nur fünf Minuten später mit einem unhaltbaren Freistoss. Dann kam ein Bild, dass man als österreichischer Fußballfan mittlerweile (leider) schon gewohnt ist: Man muss, man probiert, aber schafft es kaum einmal auch nur im Ansatz. Brückner gab dann noch einigen anderen Spielern die Chance (Schiemer, Kienzl, Saurer, Okotie und Ulmer) aber die Wendung brachte dies nicht. Die Schweden mussten nicht mehr, die Österreicher konnten nicht mehr und so waren einige enttäuschte Fans nach 90 Minuten glücklich als das Spiel Österreich  Schweden vorbei war.

Ivanschitz-Diskussion und Resümee

Österreich  Schweden 0:2, keine schlechte Leistung aber klar unter den Erwartungen. Die Diskussion um den unbeliebten Kapitän wird wohl nie aufhören – ein Zustand an den er sich selbst schon gewöhnt hat. Obwohl seine Leistung nicht ansehnlich war, muss im doch eine, im Vergleich zu anderen Mannschaftskollegen, ansprechende Performance konstatiert werden. Vor allem wenn man bedenkt, dass dies seit dem Türkei-Match sein erstes Spiel von Beginn an war. Dennoch sieht ein klassischer Spielmacher anders aus. Kreative Ideen, Initiative und Spielwitz, dies fehlt unserem Kapitän leider. Aber genauso lange wie man einen Österreicher suchen müsste, der dieses Profil erfüllt, genauso unnötig ist es Ivanschitz in frage zu stellen. Natürlich ist seine Person sehr wohl in Frage zu stellen, wenn er sich in seinem Klub nicht durchsetzen kann und/oder wenn sich ein Spieler auf dieser Position aufdrängt. Da dies aber nicht der Fall ist, wird, wie schon zu Beginn erwähnt, künstliches Aufsehen erregt. Die Leistung der Mannschaft war eine Steigerung, aber noch immer um ein gutes Stück zu wenig um zum Beispiel Rumänien zu gefährden. Die Erwartungen vor dem Rumänien-Match werden sicher wieder in die Höhe schnellen, allerdings falls Korkmaz sein Comeback liefert und auch die restlichen Österreicher wieder im Liga-Modus sind, nicht zu Unrecht wie der Autor findet.
Ein bisschen hoffen muss man als Österreicher nämlich so oder so…

Autor: Kajetan Strini

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