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Spiele Text: Michael Neichl

Borderlands The Pre-Sequel Test

2K schuf vor knapp fünf Jahren eine gekonnte Kombination aus Shooter und dem aus Rollenspielen bekannten Loot- und Levelsystem. Der mittlerweile dritte Teil der Borderlands Serie lockt mit neuen Charakteren, Fähigkeiten und einem Berg an unbekannten Waffen. Doch ob die am Mond angesiedelte Vorgeschichte zu Borderlands 2, neue wie auch alt eingesessene Kammerjäger überzeugen kann verrät der Test.

© 2K |

Drei Kammerjäger und ein Fehler

Bevor es losgehen kann, muss sich der künftige Kammerjäger erstmal für einen der vier spielbaren Charaktere entscheiden. Die Wahl kann hierbei auf Athena die „Gladiatorin“, Wilhem den „Enforcer“, Nisha die „Lawbringern“ oder Claptrap den „Fehler“ fallen. Die einzelnen Charaktere spielen sich im Grunde sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch durch ihre drei Skill-trees und ihrem sogenannten Action-Skill. Vor allem das erstmals spielbare Borderlands Maskottchen Claptrap sticht durch diesen einzigartigen Skill heraus. Dieser generiert zufällig einen von 13 Fähigkeiten, die auch gerne mal nach hinten losgehen können. Beispielsweise kann es passieren, dass zu mexikanischer Musik Granaten aus dem lustigen Roboter sprudeln oder man als hüpfende Gummikugel den Boden unter den Füßen verliert.

Ein alter neuer Bekannter

Kaum hat man das Pre-Sequel im Solo,- oder altbekannten Koopmodus mit bis zu 4 Mitspielern gestartet, findet man sich auch schon, dank Raketencrash, auf Hyperions Mondbasis Helios wieder. Nach unsanftem Erwachen wird einem klar, dass man mitten in eine schießwütige Übernahme der Station geraten ist. Eine bis dahin unbekannte Streitmacht hat es sich in den Kopf gesetzt mittels Raumstation, den Mond Elpis in die Luft zu jagen. Doch niemand anderer als der freundlich-sympathische Hyperion-Angestellte Handsome Jack (welcher zuvor als Antagonist in der Borderlands-Reihe diente) stellt sich zusammen mit dem Spieler selbstlos dem drohenden Untergang entgegen.
Die Geschichte um die Rettung Elpis braucht etwas um in Fahrt zu kommen, packt jedoch nach einiger Zeit und macht Lust auf mehr. Es ist einfach unheimlich unterhaltsam die Wandlung des netten, selbstlosen Handsome Jacks zum tyrannischen Superschurken aus Teil 2 selbst mitzuerleben. Ein Hauptproblem, des teils zähen Verlaufs der Story, sind altbekannte eintönige Missionsaufgaben wie hole A von B und bringe nach C oder töte 20 hiervon und 10 davon. Darüber kann man aber dank borderlandstypischer abgedrehter Charaktere und zahlreichen actiongeladenen Quests leicht hinwegsehen. Story,- und Missionstechnisch steht Borderlands: The Pre-Sequel seinem Vorgänger in nichts nach, wagt aber auch keine innovativen Schritte. Viele Witze wollen nicht zünden und wirken schlicht zu aufgesetzt. Was aber nicht bedeutet, dass das Spiel nicht für das ein oder andere Schmunzeln oder Lachen sorgt.

Schwerelos durch Elpis

Auf der Mondoberfläche angekommen muss man zunächst mit einem der Hauptfeatures von Borderlands: The Pre-Sequel zurechtkommen, nämlich der fehlenden Schwerkraft. Die Schwerelosigkeit ermöglicht höhere, weitere Sprünge wodurch den Schusswechseln eine unterhaltsame neue Ebene hinzugefügt wird. Hat man genug vom langsamen dahingleiten, kann das Mondgehüpfe durch den neuen „Buttslam“ vorzeitig beendet werden, wodurch der Kammerjäger mit einer beträchtlichen Druckwelle zu Boden rast und sich dadurch ganz nebenbei störenden Gegnerhaufen entledigt.
Ist die Strecke durch die monstergespickte Mondlandschaft zu lange kann man sich hinter das Steuer von einem der zwei neuen Mondfahrzeuge begeben. Das erste entspricht dem klassischen schwer bewaffneten Borderlands 2 Wagen, während  das zweite Fahrzeug an ein leichter bewaffnetes Jetpack erinnert mit dem höhere Ebenen erreicht werden können.  Beide Vehikel können dem Vorgänger entsprechend an bestimmten Orten heranteleportiert werden, sind jedoch nicht in allen Bereichen zugelassen.

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Es wird geballert und gesammelt

Der wohl wichtigste Faktor der Borderlands Serie sind und bleiben die unzähligen Waffen. Das Pre-Sequel kann hier ganz klar mit Borderlands 2 mithalten und legt sogar neue Waffentypen, unter anderem Laser,- und Kälteknarren mit drauf. Es vergehen kaum fünf Minuten, ohne dass man sich über ein weiteres Schießeisen im Halfter freuen darf. Die seltensten dieser Waffen bekommt man rollenspieltypisch durch knackige Bossfights oder versteckte Truhen abseits des Hauptpfades. 
Eine weitere Neuerung ist der sogenannte Grinder, welcher im Stande ist drei Waffen desselben Typs und derselben Qualität mit etwas Glück zu einer Waffe höherwertiger Qualität zu grinden. Ist man kein Fan von Zufällen, kann man dem Erfolg mit sogenannten Mondsteinen, der neuen Spezialwährung des Pre-Sequels, nachhelfen und somit auf jeden Fall eine höherwertige Waffe erhalten. Der Grinder bringt jedoch das Problem mit sich, dass der ohnehin zu kleine Rucksack, jetzt noch voller wird. Viel zu oft wird der Spielfluss durch die Frage unterbrochen, was jetzt mitgenommen wird und was nicht. Also muss sich minutenlang durch das immer noch zu umständliche Inventar geklickt werden und dann heißt es erstmal Werte vergleichen und Dreierpärchen für den Grinder sammeln.

Altbewährter Comiclook

Grafisch gleicht Borderlands: The Pre-Sequel beinahe exakt seinem Vorgänger. Wer in dieser Hinsicht ein Call of Duty erwartet, wird enttäuscht werden. Nichts desto trotz ist die markante Comicgrafik sehr liebevoll gestaltet und gerade die weiten Mondlandschaften kommen gut zur Geltung. Zudem gleicht kaum ein detailreiches Waffendesign dem anderen, wodurch die Waffenwahl für stilbewusste Kammerjäger noch schwieriger wird. Was die Soundkulisse betrifft kann Borderlands gerade in Sachen Waffensounds punkten, welche je nach Waffengattung für den richtigen „WUMS“ in den Gefechten sorgen.  Deutsche wie englische Synchronsprecher können überzeugen und die stimmige Weltraummusik sorgt für gute Untermalung der Mondabenteuer.

Fazit

Borderlands: The Pre-Sequel ist de facto nichts anderes als ein etwas weniger lustiges Borderlands 2 auf dem Mond. Es ist genauso abgedreht, sieht genauso aus und spielt sich genauso wie der Vorgänger des Weltraumabenteuers. Es ist zwar mit etwa 30 Stunden Spielzeit kürzer als Teil 2, jedoch kann man sich wie gewohnt am New Game+ oder dem sogenannten Kammerjägermodus versuchen und sich damit gegen noch mächtigere Gegner stellen um noch mächtigeren Loot einzuheimsen.  Als großer Fan von Borderlands 2 hatte und habe ich immer noch eine Menge Spaß mit dem Pre-Sequel. Die neuen Spielmechaniken fließen perfekt ins Spielerlebnis ein und sorgen für reichlich Abwechslung in Gefechten gegen die Mondbevölkerung von Elpis.

Prozent Punkte 1-10 Schulnote
Story 75 7 2
Gameplay 88 9 1-
Grafik 75 7 2
Sound+Musik 72 7 2-
Multiplayer 79 8 2
Gesamt 82 8 2

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