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Spiele Text: Michael Neichl

Assassin's Creed Unity Test

Auch dieses Jahr hat sich Ubisoft eine Epoche aus der jüngeren Geschichte geschnappt und zu einem Action-Adventure verpackt. Diesmal darf man sich durch das Paris der französischen Revolution meucheln, schleichen und klettern. Als erster reiner Ableger für die Next-Gen Konsolen, sind die Erwartungen insbesondere für Fans groß, aber hat Assassin’s Creed diesen Sprung geschafft?

© Ubisoft |

Intrigen, Rache und viele Leichen

Anstatt Desmond oder Mitarbeiter bei Abstergo ist man dieses Mal der Konsument der „Animus-Konsole“, mit der man das Leben anderer Leute „nachspielt“. Man beginnt aber nicht im 18. Jahrhundert sondern startet im Mittelalter wo man Zeuge einer Intrige gegen den Templerorden wird, nur um von 2 Assassinen-Agenten herausgerissen werden zu können. Diese bitten darum den bis dahin unbekannten Arno Dorian nach Informationen gegen die Templer und Abstergo zu durchforsten.

Damit beginnt die eigentliche Geschichte um Protagonist Arno. Man beginnt in Versailles, wo man Zeuge der Ermordung seines Vaters wird. Weil er sich kurz davor mit dem Mädchen Élise angefreundet hat, wird der Halbwaise gleich von ihrem Vater Francois de la Serre aufgenommen. Zehn Jahre später ist der nun viel zu freche Arno Francois Mädchen für alles und führt eine heimliche Beziehung mit Elise. Der Jungspund schleicht sich auf eine Feier zu der er nicht eingeladen ist, und wird dort wieder Zeuge der Ermordung seines neuen Vaters. Nur diesel mal wird Arno von der Polizei aufgenommen, da er an dem Mord beschuldigt wird. Nach erfolgreichem Ausbruch tritt er der Bruderschaft der Assassinen bei und muss feststellen, dass seine Freundin bei den Templern und somit der Feind ist.

Arno meuchelt sich ab diesen Zeitpunkt quer durch die Französische Revolution. Hin und wieder trifft er auch Menschen die ihm sympathisch genug sind um sie am Leben zu lassen. Auch historische Persönlichkeiten wie Napoleon oder Ludwig XVI. zeigen sich, wenn auch nicht so präsent wie in den letzten Teilen.

Altbewährtes neu poliert

Von allen Assassinen ist Arno der Agilste, was sich auch in seiner Steuerung zeigt. Das überarbeitete Parcours-System lässt einen gezielt den Weg laufen den man will. Man fühlt sich fast sofort wie ein junger Parcoursgott. Wenn man nicht gerade über die Häuser von Paris klettert, schleicht man sich durch Kirchen und Paläste und meuchelt sich durch Armeen von Wachen. Hierbei hat man noch ein kleines Arsenal an Bomben, Ködern und Giften zur Hilfe. Dennoch wird man öfters entdeckt als einem meist Lieb ist, da die Covermechanik ein bisschen plump ist und einige Wachen Arno schon erkennen wenn dieser noch ums Eck steht. Wird man entdeckt kommt es zum Kampf. Den Exekutionsknopf aus den vorherigen Teilen hat man dabei entfernt, und stattdessen wie bei Warner Bros. Batman oder Mordors Schatten eingeführt. Es gilt durch parieren und ausweichen den richtigen Moment für den Angriff abzuwarten. Mehr als 5 Gegner sind dabei schon eine starke Herausforderung.
Auch neu für die Serie ist das Ausrüstungs- und Skill-Feature. Aus verschiedenen zur Verfügung stehenden Equipmentteilen bastelt man sich den Arno zusammen den man braucht oder will. Jedes Teil hat seine individuellen Werte und Boni. Zu dem kann man Arno auch mit neuen Skills ausstatten, wie verbessertes Schlösser knacken oder neue Bomben basteln.

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Les Miserables

Paris ist gigantisch. Realitätsgetreu wurde die Stadt historisch genau nachmodeliert. Insbesondere die Sehenswürdigkeiten wie Notre Dame und die Bastille sind unglaublich detailreich. Assassin’s Creed Unity ist nicht das schönste Spiel der Next Gen, kann sich aber definitiv sehen lassen.

Das einzige was sich nicht ansehen lassen kann sind die viel zu vielen Bewohner von Paris. Nicht nur dass sie einem immer und ständig im Weg sind, trifft man auf eine größere Menschenmenge fällt die Bildrate schnell in den Keller. Insbesonders bei Missionen mit Menschenmassen kann das schnell zur Qual werden, wenn es zu einem Kampf kommt. Außerdem ist das Spiel mit Bugs gefüllt die einem gerne das perfekt geplante und ausgeführte Attentat wiederholen lassen.
Der Soundtrack hingegen ist typisch für die Serie gut gelungen. Er fängt die Atmosphäre der Zeit ein und untermalt sie mit modernen Ergänzungen. Zu dem klingt das Spiel authentisch, und die Vertonung verleiht den einzelnen Charakteren durch gut geschriebene Zeilen eine glaubwürdige Persönlichkeit.

Cooperation statt Competition

 Ubisoft verzichtet bei Assassin’s Creed Unity auf einen VS. Multiplayer. Diese Mal kann man mit bis zu vier Mit-Assassinen, Freunde oder Zufällig ausgesucht, eigens konzipierte Missionen spielen, die das Gameplay 1:1 aus dem Singleplayer übernehmen. Diese sind in die Story und Welt eingebettet, hängen aber nicht direkt mit der Hauptgeschichte zusammen. Diese Missionen sind ohne Absprache chaotisch und leiden an ständigen Einbrüchen der Bildrate.

Fazit

Assassin’s Creed Unity ist sicher kein misslungenes Spiel. Die Story mag an einigen Stellen etwas Glatt wirken, aber die Charaktere haben alle eine individuelle bunte Persönlichkeit und das Paris der Französischen Revolution ist sehr authentisch. Das Schleichsystem ist zwar etwas plump dafür lief man noch nie so flüssig und präzise über die Dächer. Zudem ist kämpfen nun endlich mal eine Herausforderung. Das größte Manko des Spiels sind auf jeden Fall die zu vielen Menschen, die nicht nur stören sondern auch technische Probleme ans Tageslicht bringen. Ubisoft ist mit Assassin’s Creed Unity ein solides Spiel gelungen, doch noch fehlt ein bisschen auf das wahre Next-Gen-Erlebnis.

 

  Prozent Punkte 1-10
Story 77 7
Gameplay 86 8
Grafik+Technik 60 6
Sound+Musik 90 9
Multplayer 66 7
Gesamt 75 7

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