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Kino Text: Melanie Gerges

Goodbye Christopher Robin – Kinderstar wider Willen

Lesen Sie hier unsere Rezension zu "Goodbye Christopher Robin", der Entstehungsgeschichte des Kinderbuches "Pu der Bär", das heute vielen vor allem durch die Disney-Adaptionen in Erinnerung geblieben ist.

Ein Esel, ein Tiger, ein Bär als Stofftier, daneben ein kleiner Junge mit Sonnenhut
© 20th Century Fox | Billy Moon und seine treuen Plüschbegleiter

Goodbye Christopher Robin - Filmkritik

Kinostart: 15. Juni 2018

Als Schriftsteller A.A. Milne (Domhnall Gleeson) nach dem ersten Weltkrieg von der Front zurückkehrt, ist von dem fröhlichen Society-Mann kaum mehr etwas übrig. Denn Milne leidet nun an einer posttraumatischen Belastungsstörung und kämpft mit dem Leben in der Großstadt. Jedes laute Geräusch versetzt ihn zurück an die Kriegsschauplätze. Nicht einmal die Geburt seines ersten Sohnes, Christopher Robin, von allen Billy Moon genannt, kann ihn aus der Depression retten.

Mit dem Ziel, in der Ruhe des Landlebens einen Roman gegen den Krieg schreiben zu können, zieht Milne schließlich mit seiner Familie und Nanny Olive (Kelly Macdonald) ins britische Sussex. Der Plan, isoliert von allem zu schreiben, geht jedoch nicht auf, denn Ehefrau Daphne (Margot Robbie) fühlt sich am Land einsam und eingesperrt, beschließt deshalb, einen Ausflug zurück in die Großstadt zu machen. Auch Nanny Olive muss für kurze Zeit verreisen.

Kinderbuch statt Anti-Kriegsroman

So bleibt den beiden Männern keine andere Wahl, als sich kennenzulernen. Billy Moons unbekümmerte und naive Art, sein Einfallsreichtum und die kleine Welt, die er rund um seinen Teddybären und die anderen Stofftiere geschaffen hat, inspirieren Milne schließlich dazu, ein Kinderbuch zu schreiben: mit Billy als Hauptfigur. Was er dabei jedoch nicht bedenkt: Der große Erfolg des Buches macht Billy über Nacht zum Star, von dem unbekümmerten Leben soll bald kaum mehr etwas übrigbleiben.

Bereits in vergangenen Jahren widmeten sich einige Filme den Entstehungsgeschichten beliebter Kindererzählungen, wie etwa „Wenn Träume fliegen lernen“ (2004) oderSaving Mr. Banks“ (2013). „Goodbye Christopher Robin“ reiht sich in diese Filmriege ein und stellt die Frage, wie ein depressiver Mann dazu inspiriert wurde, mit "Pu der Bär" eines der erfolgreichsten Kinderbücher aller Zeiten zu schreiben.

Brauchen Sie weitere Kinotipps? Dann lesen Sie auch unsere Rezensionen von "Jurassic World: Das gefallene Königreich" und "Tully". Das gesamte Kinoprogramm haben wir auch für Sie zusammengestellt!

Dabei arbeitet der Film häufig mit einer ähnlichen Atmosphäre wie seine Vorgänger, im Vordergrund stehen also idyllische Bilder und große emotionale Gesten. Besonders das Zusammenspiel von Nanny Kelly Macdonald und Will Tilston, der den jungen Christopher Robin spielt, sorgt in kleinen Szenen immer wieder für große Emotionen: Denn die Nanny die für Blue mehr Familie ist als die eigenen Eltern, unterstützt ihn in seiner Kreativität und fördert auch seine emotionale Seite. Im Gegensatz dazu steht der emotional abwesende Vater, der von Domhnall Gleeson so überzeugend verkörpert wird, dass man vor Erleichterung aufatmet, wenn auch er endlich wieder lächeln kann.

Regisseur Simon Curtis musste sich bei der Arbeit an „Goodbye Christopher Robin“ der Schwierigkeit stellen, einerseits nicht die Illusion aus Kindheitstagen zu zerstören, die viele Menschen mit Pu dem Bären verbinden, andererseits aber einen Film zu schaffen, der die oft tragische Realität des Jungen zeigt, der sich immer ein Buch für sich gewünscht hat, nie aber über sich.
Diese Balance gelingt in „Goodbye Christopher Robin“ in jeder Sekunde: Während man in den Szenen des unbekümmerten Spielens in den Erinnerungen an das Kinderbuch schwelgt, überkommt einen immer wieder auch Wut auf die Eltern, die ihren Sohn ausgenutzt und dem Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt haben. Denn die Fantasiewelt, die nur ihm gehören sollte, gehörte über Nacht der ganzen Welt.

Weitere Kinostarts im Juni

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Kinostart: 14. Juni 2018

Wollen Sie nun auch mit "Goodbye Christopher Robin" in Kindheitserinnerungen schwelgen? Dann finden Sie hier das Programm der Cineplexx Kinos Wien. Sehen Sie sich den Film an und teilen Sie uns in den Kommentaren mit, wie er Ihnen gefallen hat.

Bei schönem Wetter bietet sich auch der Besuch der zahlreichen Sommerkinos in Wien an.

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