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Ostern Text: Pamela Graf

Der Osterhase und seine Bedeutung

Was hat der Osterhase mit den Eiern zu tun? Die Legende des Osterhasen kann viele Ursprünge haben, wie die verschiedenen Hypothesen dazu zeigen. Auch kann der Osterhase in manchen Ländern unterschiedliche Gestalten haben. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

Weiß brauner Hase sitzend in einem Nest mit bunten Ostereiern
© Shutterstock | Osterhase

Der Osterhase bringt die Eier

Der Osterhase ist ein beliebtes Symbol und zugleich populärer Brauch zu Ostern, der vor allem von Kindern in Verbindung mit dem Eierfärben und Ostereier verstecken und suchen (am Ostersonntag) in Verbindung steht. Der Osterhase ist also demnach der Zuständige "Eierbringer und Verstecker". Aber warum und woher kommt das Motiv des Hasen (das Kaninchen) als Symbol für Ostern?

Der Osterhase hat erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts frühere Überbringer der Ostereier weitestgehend verdrängt. Vor noch gar nicht all zu langer Zeit war in einigen Teilen der Schweiz, der Kuckuck als Eierlieferant, in Westfalen der Osterfuchs und in Thüringen der Storch, sowie in Böhmen der Hahn für die Ostereier zuständig.

Der Osterhase und seine Herkunft

Im Grunde gibt es keine endgültige und einzige Erklärung für die Herkunft und Bedeutung des "Mythos" Osterhase. Immerhin zum ersten Mal erwähnt wurde der berühmte, eierbringende Hase angeblich im Jahre 1682 oder 1678: In seiner (medizinischen) Abhandlung  "De ovis paschalibus – von Oster-Eiern", schildert der damalige Medizinprofessor Georg Franck von Frankenau vom Brauch des Eierverstecken (in der Region des Elsass und der angrenzenden Gebiete) und beschreibt die negativen gesundheitlichen Folgen die mit einem übermäßigen Eierverzehr einhergehen würden.

Seit dem Mittelalter ist - in vielen europäischen Ländern - genauso wie das Ei auch der Hase ein fast untrennbar mit dem Osterfest verbundenes Symbol, das anno dazumal in vielen Bildwerken ihren Ausdruck fand. Der genaue Ursprung des Osterhasen ist jedoch unklar, wenngleich es etliche Hypothesen gibt:

Das Dreihasenbild

Frühe, bemalte Ostereier zeigen das sogenannte "Dreihasenbild", welches eine Darstellung von drei Hasen mit lediglich insgesamt drei Ohren zeigt. Aufgrund der "Doppelverwendung" von Ohren scheint es aber so als hätte jeder Hase tatsächlich zwei Ohren. Diese Darstellung ist heute ein bekanntes Symbol für die Dreieinigkeit (die ursprüngliche Bedeutung ist allerdings unklar). 

Eine biblische Überlieferung

In einer älteren Übersetzung der Bibel gibt es eine Stelle (Ps 104,18 EU) an der von "Hasen" gesprochen wird. Hieronymus übersetzte später das hebräische Wort "šafan" mit Klippschliefer und "lepusculus" mit Häschen. Seit der Spätantike wurde diese Stelle als Symbol für den schwachen Menschen (Hase) interpretiert, der seine Zuflucht im Felsen (Christus) sucht. Diese Auslegung begründete die Hasensymbolik in der christlichen Ikonographie.  

Eostre oder Ostara – die Frühlingsgöttin:

Noch heute wird die etymologische Verwandtschaft des Wortes "Ostern" mit der nicht klar nachgewiesenen angelsächsischen Frühlingsgöttin Eostre oder dem deutschen Pendant Ostara, deren Symbol Hase und Ei sein sollen, debattiert. Eine weitere Göttin, deren Symbol Hasen waren ist Aphrodite, die griechische Fruchtbarkeitsgöttin.

Der Osterhase im Vollmond

Ostern basiert auf dem Mondkalender, d.h. der nächste Sonntag nach Vollmond zu Frühlingsanfang markiert den Termin des Ostersonntags. Der Mond wird durch den Hasen symbolisiert, und mit ein wenig Phantasie kann man im Bild des Vollmondes auch tatsächlich einen – schräg auf dem Kopf liegenden - Hasen erkennen. Das Märchen vom Hasen und dem Igel basiert ebenfalls auf dieser "Wunder-Erscheinung".

Ein schlecht gezeichnetes Osterlamm?

Ein weiteres christliches Symbol des Osterfestes ist das Lamm. Vielleicht rührt der Brauch bzw. das Symbol Osterhase von einem mehr als schlecht gezeichneten Schaf bzw. einem „verbackenen“ Osterlamm her. Wobei diese wage Vermutung nicht erklärt warum der Osterhase auch die Ostereier bringt.  

Protestanten vs. Katholiken

Ab 1700 entwickelte dich unter städtischen Protestanten der Brauch des Ostereiersuchens, was erklären könnte, dass der Osterhase eine protestantische Erfindung ist. Angeblich wollten Protestanten ihre Kinder nicht mit dem katholischen Brauch des Fastens bekannt machen, wodurch sie zur Erklärung das Phänomen des Osterhasen erfunden haben könnten. Warum überhaupt Eier suchen? Nun ja, über die Fastenzeit hatte sich ein großer Bestand an Eiern angesammelt, der verwertet werden musste. Bemalt, gefärbt, verziert, ... versteckt und von Kindern gesucht und gefunden werden daraus schnell Ostereier.

Der Zehnt

Ältere Aufzeichnungen erwähnten den sogenannten Zehnt (auch Kirchenzehnter; eine etwa zehnprozentige traditionelle Steuer an eine religiöse (Tempel, Kirche) sowie weltliche (König, Grundherr) Institution), der am Gründonnerstag in Form von landwirtschaftlichen Produkten, sprich auch Hasen und Eier, von den Bauern entrichtet worden ist.

Der Osterhase international

Deutschsprachige Auswanderer verbreiteten das Motiv Osterhase auch außerhalb Europas, insbesondere in den USA, wo der Osterhase enormen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

Im Englischen überwiegt die Bezeichnung "Easter Bunny" gegenüber der wörtlichen Übersetzung "Easter Hare", sodass die Figur des Osterhasen sehr oft als Kaninchen verstanden wird.

In Australien wiederum wurde in den 1970er-Jahren dem "Easter Bunny" ein "Easter Bilby" zur Seite gestellt, womit auf die (nicht zuletzt durch die Ausbreitung der europäischen Kaninchen) bedrohte Tierart Großer Kaninchennasenbeutler – Bilby - hingewiesen und, durch Verkauf von Schokoladenbilbies, Geldmittel für einen Erhaltungsfond gesammelt werden soll.

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ad Dreihasenbild: das Bild ist wunderbar und mich würde mehr dazu interessieren. Aber haben Sie in diesem Zusammenhang das richtige Bild gepostet? Wenn man es betrachtet, sieht man 4 Hasen mit insgesamt 8 Ohren, 1 Drachen mit 2 Ohren, aber 0 Ostereier.
Meinten Sie vielleicht ein anderes Bild?

, 06.04.2012 um 07:37
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