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Ostern Text: Pamela Graf

Das christliche Osterfest

Osterfest, das Fest der Auferstehung Christi. Beweglicher Feiertag: Ostersonntag (und der darauf folgende Montag sind Herrenfeste) nach dem ersten Frühlings-Vollmond, zwischen dem 22. März und dem 25. April.

Ein Garten mit Osterhasen und Ostereiern dekoriert
© Rudolpho Duba/ pixelio.de | Osterfest: Osterhasen und Ostereien

Das heiligste Fest der Christen

Ursprünge im Judentum

Das christliche Osterfest hat seinen Vorläufer im jüdischen Passah, Pascha oder Pessach: An ihm wird der Auszug der Kinder Israels aus dem "ägyptischen Sklavenhaus" gefeiert. In Ägypten sprach der Herr zu Moses und Aaron: "Dieser Monat (= Nissan) soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten. (...) Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus" (Ex 12, 2f.). Das sogenannte Pessach-Lamm wurde bis zum 14. des Monats gehütet, dann geopfert, gebraten und von den Familienmitgliedern verspeist.

In dieser Tradition lebte der Legende nach auch Jesus von Nazareth als er im Rahmen seiner letzten Pessach-Feier ("letztes Abendmahl") vor seinem Tod dieses zum Anlass nahm, um sein Fleisch und sein Blut als Opfer für die christliche Gedächtnisfeier einzusetzen.

Im jüdischen Passah sind zwei unterschiedliche Feste eins geworden

Das Hirtenfest Chag Ha-Pessach (= Feier des Pessach-Lammes) und das Bauernfest Chag Ha-Mazzot (= Feier des ungesäuerten Brotes). Das Hirtenfest ist das ältere der beiden Feste und wurde von den Juden - noch als nomadische Hirten lebend - zur Ankunft des Frühlings und mit einem Tieropfer -  in der Wüste gefeiert. Schon vor dem Auszug aus Ägypten erbat Moses vom Pharao die Erlaubnis für sein Volk, um in der Wüste ein Fest zu Ehren Gottes zu feiern (vgl. Ex 5,1).

Mit dem bäuerlichen Chag Ha-Mazzot begingen die Juden in Palästina ein Frühlingsfest, mit dem sie den Beginn der Getreideernte feierten. Bevor sie das Korn einfuhren, entfernten sie alle Reste von Sauerteig aus ihren Häusern.

Im Verlauf der jüdischen Geschichte verbanden sich beide Frühlingsfeste mit dem Gedächtnis des Auszugs aus Ägypten (= Exodus): Chag Ha-Pessach (vgl. Ex 34,25) wurde zum Pessach-Fest mit Pessach-Lamm, weil Gott an den Häusern Israels in Ägypten vorbeiging und ihnen die zehnte Plage ersparte, die die Erstgeborenen ägyptischer Familien traf.

Pessach bedeutet "vorübergehen an". Chag Ha-Mazzot (Ex 23,15), Fest des ungesäuerten Brotes (= Brot ohne Treibmittel), wurde mit dem überstürzten Auszug der Juden aus Ägypten gleichgesetzt, weil diese nur den rohen Teig mitnehmen konnten, "ehe er durchsäuert war" (Ex 12,34).

Ablauf des Pessach Fest

Die Bibel gebot den Juden, Pessach sieben Tage zu feiern. Im Exil entwickelte sich der Brauch, acht Tage in der Diaspora zu feiern, um sicherzugehen, dass alle Juden zur gleichen Zeit feiern. Die christliche Festzeit, die Oktav - dem Begriff nach eine Festzeit von acht Tagen - hat hier ihr Vorbild.

Die Mazza (ungesäuertes Brot aus Mehl und Wasser), das für die Pessach-Feier gebacken wurde, war Vorbild der Hostie (das eucharistische Brot der Christen).

Eine spezielle Pessach-Andacht ist der Seder, die in der ersten Pessach-Nacht zu Hause gefeiert wird. Dabei wird die Haggada verlesen, die Geschichte des Exodus aus Ägypten (für Katholiken das Buch Exodus des Alten Testaments, für Protestanten das 2. Buch Mose). Auch diese Tradition und deren zeitliche Einordnung hat eine christliche Entsprechung: im Verlesen der Passion Christi in der Karwoche vor Ostern. In den Ostern oder in den paschen bezeichnet das Osterfest mit vier Feiertagen (österliche Tage) und einer Festwoche (= Oktave).

Namensgebung vom Osterfest

Das Wort Ostern existiert in verschiedenen Schreibweisen

Astern, Austern (Österreich), Oistern, Oustern. Vom Hebräischen abgeleitet ist Pascha, Passah, Pessach (bonum, carnosum, communicans, domini, magnum, major, majus), Paschen, paeschen, paischen, Paschalia, Paschetag, Pâques communians (commenians), dies paschalis (pasche, paschatis. paschatos), festum paschale, Agnus paschalis.

Der Ostermontag heißt in Schwaben Ostergutentag. Die Woche nach Ostern bzw. dem Osterfest wird als ausgehende Osterwoche bezeichnet - ferie paschales, hebdomada resurrectionis (sancte pasche, paschalis), Pascheweke. Aus dem nachfolgenden "Weißen Sonntag" haben sich die Bezeichnungen Albaria, Alba paschalis (paschalis) gebildet.

Woher stammt das Wort OSTERN?

Bis Mitte dieses Jahrhunderts glaubte man das Wort "Ostern" leite sich von einer germanischen Frühlingsgöttin "Ostara" ab. Inzwischen wurde wissenschaftlich geklärt, dass die Ostara unbewiesen ist. Der älteste literarische Beleg für das Wort "Ostern" findet sich bei Beda Venerabilis 738 mit "Eostro". Das Wort bedeutet Morgenröte und ist von dem Wortstamm "ausos" abgeleitet, der im Griechischen zu "eos", Sonne, und im Lateinischen zu "aurora", Morgenröte, geführt hat. Im Althochdeutschen bildete sich Eostro zu "ôstarum" und im Altenglischen zu "eastron".

Der kirchenlateinische Begriff "Pascha" oder "Passah" wurde seit jeher mit Ostern gleichgesetzt. Warum die Bezeichnung für die Morgenröte zum Synonym für Passah werden konnte, lässt sich an den Canones Hippolyti zeigen, wo es heißt: "Nemo igitur illa nocte dormiat usque ad auroram" - Niemand soll in dieser Nacht schlafen, sondern wach bleiben bis zur Morgenröte. Der nächtliche Gottesdienst hat die Bezeichnung Mette erhalten, also Ostermette.

Das Fest der Auferstehung...

...ist nicht nur das wichtigste und höchste Fest der Christen, es schließt auch das Triduum sacrum von Karfreitag, Karsamstag und Osternacht, den Gedächtnistagen von Opfertod, Grabesruhe und Auferstehung Christi mit ein. Der Osterfestkreis begann vor der Kalenderreform mit eine Vorfastenzeit, die heute nicht mehr einbezogen wird. Es rechnen dazu: die österliche Bußzeit (= Fastenzeit), die Karwoche und der eigentliche Osterfestkreis, der mit Pfingsten endet:

 

 

frühere Vorfastenzeit oder Sonntagsbezeichnung

3. Sonntag nach Erscheinung

Septuagesima, Circumdederunt

4. Sonntag nach Erscheinung

Sexagesima, Exsurge

5. Sonntag nach Erscheinung

Quinquagesima, Estomihi

 

 

ÖSTERLICHE BUSSZEIT

 

Aschermittwoch

 

1. Fastensonntag

Quadragesima, Invocabit

2. Fastensonntag

Reminiscere

3. Fastensonntag

Oculi

4. Fastensonntag

Laetare

5. Fastensonntag,
1. Passionssonntag

Judica

 

 

KARWOCHE

 

Palmsonntag, 2. Passionssonntag

 

Gründonnerstag

 

Karfreitag

 

Karsamstag

 

 

 

Osterfestkreis

 

Hochfest der Auferstehung des Herrn – Ostern

 

Ostermontag

 

Weißer Sonntag,

Quasi modo geniti

2. Sonntag nach Ostern

Misericordia Domini

3. Sonntag nach Ostern

Jubilate

4. Sonntag nach Ostern

Cantate

5. Sonntag nach Ostern

Vocem jocundidatis

6. Sonntag nach Ostern

Exaudi

Christi Himmelfahrt

 

7. Sonntag nach Ostern

 

Pfingsten, Hochfest

 

Pfingstmontag

Quelle: Dr.theol. Manfred Becker-Huberti,

 

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