| ORF1 | ORF2 | 3sat | ATV | ORF Sport+ | |
|---|---|---|---|---|---|
| vormittag |
|
|
|
|
|
| nachmittag |
|
|
|
|
|
| abend |
|
|
|
|
|
| nacht |
|
|
|
|
|
Fernsehprogramm Zukunft. Wie könnte dieses Fernsehprogramm der Zukunft aussehen? Die Zukunft des Fernsehprogramms hat im Prinzip schon begonnen. Das digitale Fernsehen übers Handy mit dem Technologiestandard DVB-H ist wohl einer der Schwerpunkte in Sachen Fernsehprogramm, auf die wir uns noch in diesem Jahr werden einstellen können. Die EURO 2008™ werden Fußballfans, die keine Tickets mehr für die Spiele ergattern konnten und die auch keine Lust auf die Fanmeilen haben, wohl schon von unterwegs über entsprechend ausgerüstete Handys via DVB-H mitverfolgen können. Erste Erfahrungen mit dieser Art des mobilen Konsums von Fernsehprogramm gibt es bereits von der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Dort wurden damals bereits mehrere Fernsehprogramme im handytauglichen Format ausgestrahlt. Wichtigste Voraussetzung für den Enduser, um Fernsehprogramm am Handy nutzen zu können: Sein Mobiltelefon muss einen eingebauten DVB-H-Empfänger haben. Theoretisch können auf diese Weise bis zu 40 verschiedene Kanäle mobil gesehen werden. Bis zum Beginn der EURO 2008™ sollen zumindest die österreichischen Landeshauptstädte mit DVB-H versorgt sein. Bis Ende 2008 soll in Österreich bereits eine 55prozentige Netzabdeckung gegeben sein. Der große Vorteil von DVB-H gegenüber anderen mobilen Übertragungsstandards liegt darin, dass es sich bei DVB-H um eingebaute Rundfunkempfänger ohne Einschränkung der User-Zahl handeln wird, während Handy-Fernsehen über UMTS den Nachteil hat, dass bei einer steigenden Zahl von Usern die Übertragungsgeschwindigkeit und somit die Qualität leidet.
Ein weiterer Trend in Sachen Fernsehprogramm, der sich wohl in Zukunft noch verstärken wird, ist der Trend zu mehr Interaktivität im Fernsehen. Während das klassische Berieselungsfernsehen, wie wir es seit Jahrzehnten kennen, mit Quotenverlusten zu kämpfen hat, entwickelt sich usergeneriertes Fernsehprogramm via Internet immer mehr zu einem Erfolgsmodell. Portale wie YouTube oder CurrentTV machen es vor: User stellen ihre eigenen Inhalte online, und diese werden von einer zunehmenden Zahl von anderen Usern gerne konsumiert. Überhaupt wird der Trend zu mehr Interaktivität in Sachen Fernsehprogramm sich wohl in Zukunft noch weiter verstärken. In Sachen Interaktivität beim Fernsehprogramm könnte DVB-H wiederum eine Vorreiterrolle spielen. So denken manche Anbieter zum Beispiel darüber nach, dem Handy-TV-Seher etwa die Möglichkeit einzuräumen, ein gerade gesehenes Musikvideo gleich via SMS zu bestellen. Vor allem wird für die Zukunft eine zunehmende Segmentierung des Fernsehpublikums vorausgesagt. Anbieter wie das zur Telekom Austria gehörende aonTV versuchen, forcieren diese Entwicklung indem sie versuchen, dem Konsumenten in Sachen Fernsehprogramm einen Mehrwert anzubieten. So können aonTV-Kunden derzeit beachtliche 82 Fernsehprogramme empfangen. Weiterer Mehrwert: Das Unternehmen bietet auch eine virtuelle Videothek mit aktuellen Kino-Blockbustern an. Der Fernsehzuseher erspart sich mit diesem Angebot also den Weg in den Videoladen. Eine für Eltern nicht uninteressante Funktion von aonTV ist der Jugendschutz: Der Empfang des Fernsehprogramms erfolgt über eine so genannte Set Top Box. Diese kann durch Eingabe eines PIN-Codes für verschiedene Altersstufen konfiguriert werden. Inhalte, die zum Beispiel für den sechsjährigen Filius nicht geeignet sind – egal ob bestimmte Fernsehsender oder bestimmte Inhalte aus der virtuellen Videothek - werden dann automatisch ausgeblendet. Ähnliches bietet der Kabelnetzbetreiber UPC mit seinem Produkt UPC Digital TV an: Auch hier gibt es eine erstaunliche Vielzahl von Fernsehprogrammen (derzeit rund 140). Das Sperren bestimmter Inhalte ist bei UPC Digital TV genauso wie bei aonTV über die Set Top Box möglich, und auch Video on Demand gehört zum Angebot dazu.Dass die Zukunft des Fernsehens hochauflösend ist, ist kein Geheimnis: Der Trend zu Flachbildschirmen führt dazu, dass wohl in wenigen Jahren die meisten Sender ihr Fernsehprogramm im Format HDTV ausstrahlen werden, zur Freude der Elektrohändler. Und dass der Streit über das DVD-Nachfolgeformat zwischen der Blu-Ray-Disc und der HD-DVD endlich entschieden ist, ist wohl im Hinblick auf die Forcierung von hochauflösendem Fernsehprogramm in den Sendeanstalten auch nicht gerade ein Nachteil.
Autor: Andreas Lassnig