Muttertag

Der Muttertag nähert sich mit großen Schritten? Haben Sie schon ein Geschenk besorgt? Haben die Kinder die Bastellade schon geplündert? Das Taschengeld ausgegeben? Die Lieder einstudiert?

Muttertag

Nur mehr 6 Mal schlafen, dann ist Muttertag. Grundsätzlich sehe ich mich als moderne, aufgeschlossene Mutter, die einen nicht allzu großen Wert auf den Muttertag legt. Zuneigung und Wertschätzung nimmt man ja das ganze Jahr über wahr. Soweit – so gut.

Letztes Jahr, als mein Älterer nicht einmal einen Mucks zum Muttertag machte, war es mir dann aber nicht egal, und ich habe mich beinahe gekränkt. Kleinlich? Mimosenhaft? Ich weiß nicht. Der Jüngere – noch von der Volksschule gesteuert – zumindest was das basteltechnische anbelangt, hat mich berücksichtigt. Am Muttertag, meine ich. Das war lieb. Rührend, sofern das Kind am basteln Spaß hat. Und den hat der Jüngere.

Ich brauche kein Frühstück ans Bett, aber eine ehrliche, innige (wenn irgendwie möglich) Umarmung mit dem Satz: „Alles Gute zum Muttertag“, hach das wäre schön. Altmodisch? Keine Ahnung. Vielleicht in die Jahre gekommen, sensibel oder einfach Muttertier und Mensch.

Ich erinnere mich noch sehr gut an einige Muttertage, als ich noch ein Kind war. Also alles aus der anderen Perspektive betrachtet. Einst habe ich ein Stück mit der Gitarre einstudiert. Mir hat dieses Muttertagslied irrsinnig gut gefallen. Ich denke, mir am allermeisten. Und aus.

Einmal habe ich Flieder aus einem naheliegenden Park gestohlen. Es war ein großer Strauß, das heißt: ich habe viele blühende Zweige mühevoll abgerissen. Aber der Strauß kam nicht gut an, denn, ersten gestohlen und zweitens, kam am Vortag eine (harmlose, ehrlich harmlose!) Lügengeschichte ans Tageslicht, weil meine Freundin, die daran beteiligt war, gesungen hatte (allerdings kein Muttertagslied). Die Auswirkungen (obwohl die Geschichte harmlos!) waren fatal. Denn es war nicht nur der Muttertag im Argen, sondern es wurde auch eine Surfwoche mit dem Sportverein gestrichen. Fazit: Lügen haben kurze Beine.

Aber es gab auch schöne Muttertage, und meistens war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Man erinnert sich halt eher an die Pannen. Sorry, Mama.

Die Wirtschaft blüht zum Muttertag. Zumindest scheint es so. In der Werbung werden diverse Dinge die Mutter mehr oder weniger zum Muttertag braucht, angepriesen. Und eigentlich liegt es an den Vätern, die Kinder zu motivieren, und Erwachsene sollten ihre Mütter wiederum ebenfalls huldigen. Eine kleine Überraschung, ein Event, ein Theaterbesuch, ein Brunch, ein Abendessen in einer netten Location. Man kann natürlich auch danebengreifen. Wie immer beim Schenken. Aber Gutscheine für ein Frühstück beim Meinl am Graben (sehr nett übrigens!) kann man gut weiterschenken, wenn man selbst keine Ideen hat und/oder auf ein Frühstück eben dort hustet, weil keine Lust.

Ich habe gehört, dass Bademäntel gut gehen. Und ob Mutige noch immer Küchengeräte verschenken? Keine Ahnung. Ich tat es nie. Ich persönlich hätte wiederum kein Problem damit. Liebe ich doch Dinge, die mein Leben erleichtern. Und die kleinen unnötigen Luxusgüter, schenke ich mir gelegentlich selbst. Weiß doch ich selbst am besten, was für mich zur Zeit gerade gut ist.

Also werden am 13. Mai die Restaurants zu Mittag voll sein, die Blumengeschäfte geplündert, die Angestellten der diversen Parfümerien Baldrian schlürfen, die Heurigenbankerln überquellen, das Bastelmaterial aus sein.

Nehmt Euch Zeit für Eure Mütter. Und das nicht nur am Muttertag, aber eben auch dann, damit die Bilanz des Muttertags nicht etwas Tragisches hat.

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