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Ausflugsziele Text: Karin Hirzmann

Wienerwald: Die Top 10 Ausflugsziele

Was täten die Wiener ohne Wienerwald? Das wichtigste Naherholungsgebiet der Hauptstadt. Hier ließen sich die Römer nieder, um Wein zu keltern. Als UNESCO-Biosphärenpark bietet er unzähligen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Landschafts- und Kulturvielfalt, Geschichte und Raum für Bewegung jeder Art zeichnen dieses bezaubernde Gebiet aus. Hier kann man in Mayerling den Geheimnissen von Kronprinz Rudolf und Mary Vetsera auf den Grund gehen, oder durch Bad Vöslau schlendern und geschichtsträchtige Gebäude passieren. Oder auch vom Panoramaweg Troppberg eine unvergleichliche Aussicht genießen und regionale Weine beim Weinfestival Thermenregion verkosten. Freunde des Wienerwalds empfehlen diese 10 Highlights:

Wildschwein vor Ponys im Gehege im Wienerwald
© Wienerwald Tourismus GmbH/ Bauer | Im Naturpark Sparbach gibt's viel zu entdecken. Manchmal läuft man sogar einem Wildschwein über den Weg!

Unsere Top 10 Ausflugstipps

  1. Naturpark Sparbach
  2. Natura Trail Hochwienerwald
  3. KulTourweg Helenental
  4. Peilstein Klettergarten
  5. Stift Heiligenkreuz und Schloss Mayerling
  6. Ruine Rauhenstein bei Baden
  7. Heimatmuseum „Alte Dorfschmiede“
  8. Historischer Spaziergang durch Bad Vöslau
  9. Weinfestival Thermenregion
  10. Panoramaweg Troppberg

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Raus in die Natur

Abenteuer für Kinder, Natur pur und historisches Flair bietet der Naturpark Sparbach im südwestlichen Wienerwald, Österreichs ältestem Naturpark. Im Jahr 1962 gegründet, besticht dieses Areal mit riesigen Bäumen, großflächigen Wiesen und einem Hauch Biedermeier, der sich in den parkartig gestalteten Wienerwaldlandschaft mit den drei Ruinen Johannstein, Köhlerhaus und Dianatempel zeigt. Große wie kleine Tierfreunde haben hier ihre besondere Freude -Wildschweine laufen frei herum, es gibt Kaninchen, sowie Esel, Ziegen und Schafe, eine "Galerie der Wildtiere" mit Dam- und Muffelwild und ein interaktives Naturparkhaus mit Tierstimmenwand und Tastboxen. Ein großer Abenteuerspielplatz mit Baumhaus und ein weitläufiger Wasser- und Sandspielbereich lassen das Kinderherz höher schlagen.

Ein besonderes Wienerwald-Highlight ist der Natura Trail Hochwienerwald. Mit einer Länge von 23,6 Kilometer nimmt dieser Rundwanderweg seinen Ausgang in Laaben und führt zu den zwei höchsten Wienerwaldgipfeln. Vorbei an der Matraswarte, die einen Aufstieg mit einem Rundumblick über diese bezaubernde Region belohnt, geht es rund um das Laabental zurück zum Start.

Etwas länger und genauso schön ist der KulTourweg Helenental. Diese Runde vereint Natur und Kultur gleichermaßen. Sie führt zunächst entlang des Flusses Schwechat durch das liebliche Helenental, später macht die Natur der Kultur Platz: Beim Weißen Kreuz betritt man Gebiet von Heiligenkreuz und damit auch den alten, klösterlichen Boden mit Schätzen aus fast einem Jahrtausend.

Ein kurzes Stück führt den Wanderer auf dem Wiener Wallfahrerweg (Via Sacra), bis er über Felder wieder ins waldreiche Helenental zurückkehrt, in dem er kurz vor Ende noch die Burgruine Rauheneck passiert. Wer es sportlich mag, findet im Peilstein Klettergarten mit seinen 850 Routen in 26 Sektoren und sein Vergnügen. Er gilt als größter und schönster Klettergarten im Wienerwald und hat schon viele Generationen angelockt. Der Klettergarten ist sowohl für Anfänger als auch geübte Kletterer ein besonderer Tipp. In der Wienerwald-Region gibt es beinahe unendlich viele Möglichkeiten, diese zu Fuß zu erkunden. Eine weitere, die man nicht auslassen sollte der Panoramaweg Troppberg, der durch eine der 36 Kernzonen des Biosphärenparks Wienerwald führt. Hier werden die Wälder nicht mehr wirtschaftlich genutzt, sondern ihrem ureigensten Dasein überlassen - hunderte von Jahre alt werden und als Totholz zahlreichen Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Wie der Name schon sagt, bietet der Panoramaweg eine herrliche Aussicht auf Wien, auf Tulln, Richtung Wachau und ins Alpenvorland mit Schneeberg und Ötscher.

Kultur pur

Von alten Föhren umringt steht die Ruine Rauhenstein beim Eingang des Helenentals. Urkundlich erstmals im Jahre 1160 mit Seyfried Turso von Rauhenstein genannt, ging die Burg später an das Geschlecht der Pillichsdorfer über. Durch die späteren Türkenkriege beschädigt und in Folge unbewohnbar, ließ ihr damaliger Eigentümer Otto Josef von Quarient und Raal im Jahr 1713, um Steuern zu sparen, das Dach abdecken. Somit war das Bauwerk dem Verfall preisgegeben. Seit 1714 gehört der Besitz der Familie Doblhoff-Dier. Nach Erhaltungsarbeiten kann die Ruine inklusive Turm heute wieder besichtigt und das seit 1993 eingeführte „Ruinenfestl“ in der Walpurigsnacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert werden.

Kulturhungrigen bietet sich auch das Heimatmuseum „Alte Dorfschmiede“ in Totzenbach/Kirchstetten. Die ursprüngliche Schmiede, welche für Besucher noch in Betrieb genommen wird, zeigt auch die „schwarze Kuchl“, eine alte Küche mit offenem Rauchfang, eine Schusterwerkstatt, eine Tischlerei und bäuerliche Gerätschaft aus der guten alten Zeit. Dazu gibt’s leckere regionale Schmankerl und jedes Jahr am 1. Mai wird hier ein Dorffest mit Maibaumaufstellen und Mostverkostung veranstaltet.

Einer der kulturellen und geistreichen Hotspots des Wienerwalds ist das Stift Heiligenkreuz. Die Zisterzienserabtei, die 1133 von Markgraf Leopold III. aus dem Babenbergergeschlecht gegründet wurde, hat bis heute ununterbrochen diese Funktion inne und ist zugleich das größte Zisterzienserkloster Europas. Die Heiligenkreuzer Zisterzienser beten in Latein und singen dabei den Gregorianischen Choral. Diese uralte Form des gesungenen Gebetes sorgt seit 2008 dafür, dass das Stift in der ganzen Welt bekannt ist.

Ungefähr drei Kilometer vom Stift Heiligenkreuz entfernt befindet sich das ehemalige Jagdschloss Mayerling von Kronprinz Rudolf, das durch den bis heute ungeklärten Tod des Thronfolgers und seiner Geliebten Mary Vetsera in der Nacht auf den 30. Jänner 1889 traurige Berühmtheit erlangte.

Ein weiterer Tipp ist der historische Spaziergang durch Bad Vöslau. Ausgehend vom Schloss führt der zehn Kilometer lange Rundgang durch das ganze Stadtgebiet, vorbei an geschichtlich interessanten Plätzen und Gebäuden, wie z. B. einem Haus, in dem Kaiserin Elisabeth 1984 zur Sommerfrische weilte oder einem anderen, in dem der 11-jährige Arthur Schnitzler 1873 einige Sommermonate verbrachte. Eine erholsame Pause kann man bestens in einem der unzähligen und urigen Heurigen dieser Stadt einlegen.

Lecker essen und trinken

Die Winzer der Thermenregion laden in diesem Mai zum 13. Mal zum Weinfestival. Von einem kleinen Winzerfest mauserte sich diese Veranstaltung zu einem großen Weinevent mit zahlreichen Weindegustationen mit dazu passenden kulinarischen Menüs regionaler Gastronome. Das Weinfestival Thermenregion gilt als wichtigste Weinveranstaltung dieser Region und bietet eine besondere Gelegenheit, die hiesigen Weine im direkten Vergleich zu verkosten. Von Gumpoldskirchen über Teesdorf bis nach Bad Vöslau bieten sich dem Besucher zahlreiche Veranstaltungen, wie der Riedenwanderung, der Sortensieger-Party, dem Winzerbrunch und viele mehr. Höhepunkt des Festivals ist „Wein im Park“ im Casino Baden, bei dem sich alles um die wichtigsten Weinsorten der Thermenregion dreht: Zierfandler, Rotgipfler sowie St. Laurent und Pinot Noir.

Wienerwald

Im Naherholungsgebiet der Hauptstadt Österreichs schöpften schon Berühmte heimische Dichter wie Josef Weinheber, Schriftsteller Abraham a Santa Clara und der Künstler Egon Schiele Inspiration und erholten sich vom Alltag. Auch heute ist der östlichste Ausläufer der Nordalpen ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel für alle Großstädter. Ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad, der Wienerwald bietet zahlreiche Erkundungsmöglichkeiten und –varianten.

Die 45 Kilometer lange und ca. 30 Kilometer breite, zum Großteil bewaldete und hügelige bis mittelgebirgsartige Region, ist UNESCO-Biosphärenpark. Mit seinen vielfältigen Klimatypen und Bodenformen ermöglicht der Wienerwald über 5.000 Tier- und 2.000 Pflanzenarten Lebensraum zu finden. Geprägt ist der Wienerwald von seinen vielfältigen Landschaftselementen, dem "Offenland" mit seinen Wiesen, Weiden, Weingärten und Äckern, Hecken oder Böschungen und ausgedehnten Buchen- und Eichenwälder. Begrenzt wird die Wienerwald-Region im Osten durch die „Thermenlinie“ (tektonische Abbrüche zum Wiener Becken), im Westen durch die Flüsse Traisen und Große Tulln, im Süden durch die Flüsse Triesting und Gölsen, im Norden durch das Tullnerfeld und die Donau und im Nordosten durch den Schwarzenbergpark und den Lainzer Tiergarten, beides bereits im Wiener Stadtgebiet. Seine höchsten Erhebungen sind der Schöpfl (893 Meter) mit der Matraswarte und der Mitterschöpfl (882 Meter). Bekannte Gemeinden der Wienerwaldregion sind u. a. Baden bei Wien, Vösendorf, Klosterneuburg und Bad Vöslau.

Wienerwald und der Wein

„Vinum bonum deorum donum“ – Wein ist ein Geschenk der Götter, haben die Römer schon vor mehr als 2000 Jahren erkannt, als sie die sonnenreiche Region südlich von Wien, die sogenannte Thermenregion Wienerwald, geschätzt und als Rebland zu nutzen gewusst haben. In Vindobona und Carnuntum stationierte römische Legionäre hatten aus Italien Weinstöcke und das Wissen um das Weinkeltern in die Provinz Pannonien gebracht und die hiesigen Reben verbessert und kultiviert.

Zeitgleich entstanden bei der Siedlung Aquae, dem heutigen Baden, römische Thermalbäder, die der Region später ihren Namen gab. Einige Jahrhunderte später, 1141, gründeten Zisterziensermönche des Stifts Heiligenkreuz hier das Freigut Thaller, eines der ältesten Weingüter Österreichs. Auch der Brauch einen Föhrenbuschen aufzuhängen, wenn heuriger Wein zum Verkauf angeboten wird, geht auf diese Zeit zurück, als das Gebiet das Privileg des „Leutgebens“, des Weinausschanks erhielt. Nach einem schweren Einbruch im Weinanbau, bedingt durch die großflächige Vernichtung der Rebanlagen in den Türkenkriegen im 16. und 17. Jahrhundert, sorgte der Deutsche Orden ab 1760 durch die erstmalige Pflanzung von Blauburgunder-Reben für eine Renaissance des Winzertums.
Bis heute stellt der qualitativ hochwertige Wein dieser Region ein österreichisches Kulturgut dar.


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