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Rund um die Donau Text: Gerhard Frey

Die Geschichte der Lobau

Die Lobau und der Nationalpark Donau-Auen behergt zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Der Auwald stellt ein einzigartiges ökologisches Zusammenspiel dar und ist stark vom Wasser in den Donau-Auen abhängig. Ein Museum erklärt Besuchern spannende Fakten zur Entstehung der Lobau und was man darin vorfinden kann.

Donauau in der Dämmerung
© Nationalpark Donau-Auen GmbH | Donauauen in der Lobau

Die Geschichte der Lobau

Die Lobau ist heute ein 2.160ha großes Augebiet, davon 1.261 ha Wald. Sie erstreckt sich seit der Donauregulierung außschließlich am nördlichen Donauufer. Zwischen der Oberen und der Unteren Lobau verläuft der Donau-Oder-Kanal als Grenzlinie.

18. und 19. Jahrhundert

1745 schenkte Maria Theresia die Lobau "den Armen Wiens". Von der Schenkung ausgenommen war die Jagd. Diese blieb weiterhin der kaiserlichen Familie vorbehalten. Napoleons Armee schug 1809 ihr Hauptquatier hier auf.

1875 konnte die erste Donauregulierung abgeschlossen werden. Sie sollte den verheerenden Überschwemmungen beiderseits der Donau Einhalt gebieten. Die Wässer des Hauptflusses wurden dadurch etwa einen Kilometer südlich vom alten Lauf in einem neuen Bett gesammelt. Dadurch kam damals auch jener Teil des Augebietes zur heutigen Lobau, der bis dahin südlich der Donau gelegen war.

Anfang des 20. Jahrhundert

1905 wurde das Gebiet zum Schutzgebiet erklärt.Kurz darauf wurde die Lobau geteilt. Die Obere Lobau kam in den Besitz der Stadt Wien, die Untere verblieb im Besitz des kaiserlichen Hofes. Kaiser Karl I. verzichtete auf sein Jagdrecht im oberen Teil und schenkte 1918 große Teile davon der Stadt Wien.

1926 - 1938 war die Lobau von einem Zaun umgeben und nur von Ostern bis Allerheiligen von der Gemeinde geöffnet und der Bevölkerung gegen Bezahlung zugänglich gemacht. Gleichzeitig wurden Teile des Auwaldes in Ackerboden umgewandelt.

1938 wurde das Öllager, die Pipeline, die Bahntrasse, sowie die Trassierung des Donau-Oder-Kanals mit dem Ölhafen errichtet, die der Lobau bleibende Schäden zufügten. Am Beginn der Lobau liegt das Kraftwerk Donaustadt, das mit Heizöl und Erdgas betrieben wird. Fliegerbomben während des Zweiten Weltkrieges erweiterten die Zerstörung.

Nach dem 2. Weltkrieg

Erst nach Kriegsende begann man wieder, die Lobau zu einem Erholungsgebiet zu gestalten. Wildbadeplätze, Spielflächen, Radwanderwege und Wanderwege wurden angelegt. Die Lobau sollte als Luftreservoir und Freizeitgebiet für die Wiener dienen. Um den hohen Grundwasserspiegel zu nutzen, errichtete man Grundwassertürme und Hebewerke und konnte so Trinkwasser für die wiener Bevölkerung gewinnen. Das weitere Absinken des Grundwasserspiegels nahm bedrohliche Ausmaße an, sodaß 1992 Wasser aus dem Donaustrom in das Altarmsystem geleitet wird.

1977 wurde die Lobau von der UNESCO zur "Biospheren Reserve" und mit Verordnung der Wiener Landesregierung per 1. Oktober 1978 zum Naturschutzgebiet erklärt.

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Die Vegetation im Auwald

Der Auwald ist sehr stark vom Wasser abhängig. Er wächst nur dort, wo ein hoher Grundwasserspiegel, aber auch immer wiederkehrendes Oberflächenwasser durch Überflutungen vorhanden ist. Die Vegetationsform des Auwaldes wird durch Wasser, verschiedenartige Böden und einem entsprechenden Klima begünstigt. Er kommt dem tropischem Urwald sehr nahe. Der Auwald ist eine Art Lebensgemeinschaft, die von zahlreichen ökologischen Faktoren abhängt.

Diese Vegetationsform hat auf den Naturhaushalt seiner Umgebung einen sehr positiven Einfluß. Der Auwald beeinflußt nicht nur Klima und dient der Luftreinhaltung, er dient auch als Heimat für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt und stellt eine Puffenzone zwischen intensiv genutztem Agrarland und der Donau dar.

Viele Tierarten in den letzten großen Auen

Die Lobau und die östlich daran angrenzenden Donauauen sind die letzten geschlossenen Flußauen dieser Größe in ganz Westeuropa. Sie sind Lebensraum und Rückzugsgebiet für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. In den Augewässern finden viele Fisch, Frösche und Kröten einen geeigneten Lebensrau. Seltene Pflanzenarten wie See- und Teichrose, Schwertlilie und Pfeilkraut haben hier ihren Platz. Im Schilf brüten Enten, Teichhühner, Rallen und viele Singvogelarten wie Reichrohrsänger, Rohrammer und Rohrschwirl. Reiher fischen am Ufer und Eisvögel bauen in den lehmigen Böschungen ihre Bruthöhlen.

Störche suchen auf den häufig überschwemmten Wiesen zwischen seltenen Knabenkräutern (europäische Orchideenarten) ihre Nahrung. In den üppigen Wäldern der Weichen (Insel-Au) und Harten Au (Festland Au) leben die Donauhirsche. Rehe, Fuchs, Dachs, Iltis und Marder finden hier Unterschlupf und Jagdreviere. Auf alten Baumriesen brüten Reiher, Störche, Eulen und Käuzchen, Greifvögel halten Ausschau nach Beute.

Die vor der Regulierung aufgeschütteten Schotterbänke (Heißländs) der Donau, sind heute von Sanddornbusch und Trockenrasen bewachsen. Diese stark der Sonne ausgesetzten Gebiete bieten einen geeigneten Lebensraum für eine bunte Vielfalt an Insekten und Reptilien. Biber, Fischotter, Kormoran und Seeadler sind heute in der Lobau leider ausgestorben. Einzig der Biber konnte wieder ansässig gemacht werden. Alle Pflanzen und Tiere der Lobau unterliegen vollkommenen Schutz.

Museum und Namensgebung in der Lobau

Im denkmalgeschützten Barockhaus des Vorwerks (ehemaliger Gutshof) befindet sich das Lobaumuseum mit seinen zahlreichen Ausstellungstücken, einschließlich lebender Fische und Lurche. Hier kann der Besucher Einblicke in die Zusammenhänge der Natur in diesem Bereich gewinnen.

Die Flurnamen in der Lobau hängen mit der Entstehung des Bodens oder mit der Land- und Forstwirtschaft zusammen. Die Flußläufe heißen Arm, Graben oder Wasser, darüber führende Brücken werden Traversen oder Furten genannt.

Ein Teil der neuen Donau, die etwa 20km lang und 200m breit ist, wurde entlang des Erholungsgebietes der Lobau angelegt. Über die Steinspornbrücke, am Anfang der Lobau gelangt man auf die Donauinsel.

Sehenswürdigkeiten in der Lobau:

  • Lobaumuseum
  • Napoleonstrasse / Napoleonstein / Friedhof der Franzosen
  • Roter Hiasl
  • Deml-Kreuz
  •  Kommassierungstor (ehemalige Eintrittstor der Lobau)

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Es kann nicht die Absicht der Veranlasser der 1. Donauregulierung gewesen sein,im gerade fertiggestellten Überschwemmungsgebiet Bäume zu pflanzen und damit den störungsfreien Abfluß von Hochwässern zu behindern.Daß 110 Jahre später das Überschwemmungsgebiet zum Urwald erklärt wird,ist ein extremer Widerspruch zum Errichtundszweck.Mit dem ersten Baum der dem Strömungsdruck nicht standhält beginnt eine Verklusung mit rapid ansteigenden Strömungswiderstand und Wasserhöhe.Eine Überschwemmun des Marchfeldes ist nicht zu verhindern.
Die rechtliche Grundlage für den Bestand des Nationalpark Donauauen dürfte wegen dermassiven Behinderung der Hochwasserabfuhr nicjt gegeben sein.Meines Erachtens müßte er wegen "Gefahr in Verzug "geschliffen werden.Begründung:Die flächenschlägerungen in der Au finden alle 33 Jahre statt.Zu diesem Zeitpunkt sind die Bäume noch gesund und dasHolz noch verwertbar.Mit 40 Jahren beginnt die Zerstörung von innen durch Fäulnis.Der baum stürzt durch Winddruck.Er wird zum Hindernis beri der Hochwasserabfuhr.

, 28.05.2009 um 07:32
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