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Ausflugsziele NÖ Text: Karin Hirzmann

Waldviertel: Top 10 Ausflugsziele

Blühende Mohnfelder, faszinierende Felsformationen und Geschichte wohin man blickt. Das macht das Besondere des Waldviertels aus. Kulinarisch und historisch Interessierte, Sportbegeisterte und Ruhe suchende Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Hier kann man eine beeindruckende und abwechslungsreiche Landschaft im Waldviertler Hochland mit dem Pferd erkunden, oder mit dem Kanu auf den Kampstauseen paddeln. Wer es ruhiger angehen mag, findet Entspannung in der Kraftarena Groß Gerungs oder im Garten von Schloß Pöggstall. Oder wie wäre es am Mohnkirtag im Mohndorf Armschlag oder einer Zeitreise im Museum für Alltagsgeschichte? Waldviertler nannten uns 10 sehens- und erlebenswerte Ausflugsziele, die wir Ihnen hier vorstellen.

blühendes Mohnfeld
© NÖ Tourismus/Robert Herbst | Wie die Lavendelfelder in der Provence sind die blühenden Mohnfelder im Waldviertel ein atemberaubendes Farbenspiel.
  1. Naturpark Hochmoor Schrems
  2. Dobra Stausee
  3. Reiten im oberen Waldviertel
  4. Burg Rappottenstein
  5. Schloss Pöggstall
  6. Erstes österreichisches Museum für Alltagsgeschichte
  7. Kraftarena Gross Gerungs
  8. Brauhaus Weitra mit Weitraer Bierkirtag
  9. Mohndorf Armschlag
  10. Ruine Kollmitz mit Wanderwegen

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Natur pur - Ausflugstipps

Das Waldviertel besticht unter anderem durch seine faszinierende Moorlandschaften. Auf Grund ihrer charakteristischen Gegebenheiten wie den Hochmooren, Schlamm- und Hochstaudenfluren, Heiden, unterschiedlichen Gräsern und Wäldern wurden sie 2009 als Europaschutz- und Vogelschutzgebiet deklariert.

Wer zum Beispiel dem Naturpark Hochmoor Schrems einen Besuch abstattet kann durchaus einem Weißstorch oder Eisvogel, einem Birkhuhn oder auch Tieren wie dem Fischotter und dem Luchs begegnen. Der Naturpark östlich von Schrems bietet geführte Wanderungen, einen Moorgeschichteweg und Seilfloße für Kinder. Eine Aussichtsplattform ermöglicht einen Blick über diese weitläufige und vielgestaltige Landschaft mit ihrer faszinierenden Flora und Fauna.

Campingfreunde und Wasserratten, die es touristisch etwas ruhiger angehen wollen, sind am Dobra Stausee gut aufgehoben. Neben dem größeren Ottensteiner Stausee bietet der Dobra Stausee eine ebenso beeindrucke Landschaft, aber selbst an hochsommerlichen Tagen lassen sich hier einsame Buchten finden. Auch für Kanufahrer und Familien mit Kindern und Hunden sind die Kampstauseen ein hervorragendes Ausflugsziel.

Vorbei an Granitrestlingen, Fischweihern und Teichen lässt sich das Waldviertel auch gut auf dem Rücken der Pferde erkunden. Der nördliche Teil dieses Viertels bietet durch sein leicht hügeliges bis flaches Gelände mit großteils unasphaltierten Feld- und Waldwegen beste Voraussetzungen dafür. Ein gut markiertes Wanderwegenetz mit zwanzig Mitgliedsbetrieben macht das Wanderreiten im Nordwald und dem oberen Waldviertler Hochland zu einem besonderen Vergnügen.

Wer es beruhigend und entspannend mag, kann gut in der Kraftarena Groß Gerungs zur Ruhe kommen und Energie tanken. Fünf Kraftplätze mit geheimnisvollem Hochwald und ebensolchen Steinformationen lassen Raum für mystische Interpretationen und energetische Schwingungen. Die sieben Meter hohe runde Steinpyramide bei Ober Neustift, deren Ursprung und Bestimmung bis heute rätselhaft sind, ist in Mitteleuropa einzigartig. (Weiterführende Links am Ende des Artikels)

Kultur erleben - Sehenswürdigkeiten

Zeitreisen – im Waldviertel gewinnt man den Eindruck, dass es möglich ist. Von Burg zu Burg, Kloster zu Kloster und entlang mächtiger Stadtmauern mittelalterlicher Städte geht es durch die Geschichte.

Die Reste einer der größten Burganlagen Niederösterreichs stellt die Ruine Kollmitz im nördlichen Waldviertel dar. Im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich genannt, war sie Bestandteil einer Burgenkette entlang der Thaya, die als Grenzschutz diente. Heute ist sie im Besitz der Gemeinde Raabs und Ausgangspunkt vieler Wanderwege. Zur Burg gehört auch ein Museum, das die Burg- und Baugeschichte, Fundgegenstände, Wandmalerei und weitere Exponate zeigt.

Sehenswert ist auch das ebenso geschichtsträchtige Schloss Pöggstall, eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. Besondere Schmuckstücke sind hier eine Steinwendeltreppe sowie das Renaissance-Portal und der Arkadenhof und nicht zuletzt der Schlossgarten mit verschiedenen Prangersäulen. Das Schloss beherbergt ebenso einige Museen und ist auch Austragungsort von Veranstaltungen. 

In Neupölla befindet sich das erste Museum für Alltagsgeschichte. Hier bekommt der geschichtshungrige Besucher einen Überblick über das Leben der ländlichen Waldviertler Bevölkerung der vergangenen 300 Jahre. Zu sehen sind unter anderem eine Wohnstube mit einer Hausweberei, altes Schuhmacherhandwerk bis hin zu einer Rauchküche, bäuerliche Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände. Andere Bereiche widmen sich „Herrschaften und Untertanen“ und „Märkten und Bürgern“, die jeweils spezifische Ausstellungsstücke zu diesen Milieus zeigen.

Eine weitere imposante Burg des Waldviertels ist die Burg Rappottenstein. Sie thront auf einem steilen Felskegel und ist eines der ältesten Wahrzeichen des nordwestlichen Waldviertels. Sie war im Besitz der ehemals mächtigen Kuenringer, die sie im 12. Jahrhundert errichteten und diente auch als Teil einer Burgenkette der Abwehr einfallender Böhmen. Heute bietet die Burg Führungen, vom Burggarten bis ins Burgverlies, in dem man mit der schaurigen Vergangenheit dieser Stätte konfrontiert wird. Daneben finden auch hier Konzerte und Kabaretts statt.

Lecker essen und trinken

Wie mit Burgen, seinen Felsformationen und Gewässern ist das Waldviertel untrennbar mit Mohn und Bier verbunden. Wer der Stadt Weitra einen Besuch abstattet, befindet sich in der ältesten Braustadt Österreichs. Bereits 1645 verzeichnete Weitra über 30 Brauhäuser und auch heute braut die Weitraer Bierwerkstatt noch nach alten handwerklichen Rezepturen.

Dem zu Ehren wird in Weitra jährlich im Juli der Weitraer Bierkirtag gefeiert. Hier können Besucher die besonderen Bierspezialitäten und das eigens für diesen Anlass gebraute Kirtagsbier verköstigen. Ein besonderes Spektakel ist das Turnier der „Hopfenritter“.

Mohnzelten, Mohntatschkerl, Mohnnudeln - da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Im Mohndorf Armschlag kann man mehr als genug davon bekommen. Vom Mohnlehrpfad über einen Mohngarten mit über 30 verschiedenen Ziermohnarten bis hin zu Veranstaltungen wie dem Mohnkirtag im September mit traditionellem Mohnnudelessen und einem Mohnpflanzenmarkt gibt es in und rund um Armschlag Mohn in allen Variationen. Auch der Wirt und die Bauern im Dorf haben sich ganz dem Mohn verschrieben und bieten Mohn und Mohnspezialitäten an. Wer zwischen dem Verkosten der Leckereien ein bisschen Bewegung machen möchte, kann das auf einem der Wanderwege, die rund um das Mohndorf führen, tun.

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Das Waldviertel

„Ich hab' von einem Land geträumt, an Quellen reich und Urgestein, von Wald und Hügeln rings umsäumt ...“heißt es in einem Gedicht vom „Waldviertler Sepp“.

Hinter diesem Spitznamen verbarg sich der Heimatdichter Josef Allram, der sich besonders mit dem Waldviertel beschäftigte, das seinen Namen auf Grund des früheren Waldreichtums erhalten hat. Und wahrlich, dieses Viertel Niederösterreichs zeigt wohin das Auge reicht Wald und Wiesen, Felsen, Stein und Seen und Flüsse. Derer sind im Waldviertel die Thaya, Zwettl, der Kamp, Purzelkamp, die Donau, die Kleine und Große Krems. Unterteilt in die Regionen Oberes Waldviertel, Thayatal, Kamptal, Südliches und Oberes Waldviertel wird es im Süden von der Donau, vom oberösterreichischen Mühlviertel, dem tschechischen Südböhmen und dem Weinviertel begrenzt. Gmünd, Krems, Melk, Waidhofen an der Thaya und Zwettl sind die Bezirke des Waldviertels.


Die beeindrucke Landschaft mit ihren Granit- und Gneisblöcken, Relikte eines ehemaligen Hochgebirges, den Mooren und üppigen Blumenwiesen und Mohnfeldern, zieht immer mehr Menschen in ihren Bann und ist zugleich immer noch eine Oase für Ruhebedürftige.

Dabei war das Waldviertel lange Zeit spärlich besiedelt. Das änderte sich erst mit der Landnahme durch bayrische Siedler ab dem 9. und 10. Jahrhundert. Ab dem Hochmittelalter gesellten sich noch Adelsgeschlechter und Ritter, wie die Kuenringer dazu und hinterließen hier ihre Spuren. Heute zeugen unzählige Klöster, Burgen und Schlösser von der geschichtsträchtigen Vergangenheit.

Region mit kulinarischer Geschichte

Kraut und Erdäpfel
Reich an Geschichte sind auch die heute so typischen Waldviertler Köstlichkeiten wie die Kartoffel, hierzulande auch „Grundbirn“ oder „Grumbirn“ bezeichnet, der Mohn und das Bier. Ursprünglich im Waldviertel als Zierpflanze gehalten, trug Kaiserin Maria Theresia den Waldviertlern im 18. Jahrhundert auf, Erdäpfel auch als Nahrungsmittel anzubauen. Der Anbau geht in dieser Region auf das Jahr 1740 zurück. Auf Grund der besonderen klimatischen Verhältnisse dieser Region gedieh dieser Pflanze hier sehr gut. Die erfolgreich gewordene Kartoffel wurde in Folge auch in die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich, 1778 bis 1779, miteinbezogen, da sie als Verpflegung der Kontrahenten diente und jeweils von der Gegenseite gestohlen wurde. Im 19. Jahrhundert lief die Kartoffel dem Kraut, das ursprünglich im Waldviertel als Grundnahrungsmittel diente, den Rang ab.

Mohn - Des Waldviertels schwarzes Gold
Auf eine noch längere Vergangenheit im Waldviertel kann der Mohn im Waldviertel zurückblicken. Seine Spuren reichen zurück bis in die Steinzeit. Im 13. Jahrhundert kultivierten Mönche diese Pflanze in Klöstern und verwendeten sie als Heil- und Ölpflanze. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde der Waldviertler Graumohn, eine geschützte Qualitätsmarke, sogar an der Londoner Börse gehandelt und erfuhr, nachdem er lange Zeit verpönt war, ab den 1980ern seine Renaissance.
Heute sind Leckereien wie Mohnzelten, Mohnstrudel, Mohn-Tatschkerl und Mohnnudeln das kulinarische Aushängeschild des Waldviertels.

Bieriges aus Schrems, Weitra und Zwettel
Nicht wegzudenken aus diesem Teil Niederösterreichs ist auch das Bier, so ist das Waldviertel die älteste Brauregion, Weitra die älteste Braustadt Österreichs. Ein Brau- und Absatzmonopol, das die die Weitraer Bürger durch König Friedrich den Schönen 1321 erhielten, machte diese Stadt zum Zentrum der Braukultur. Sogar die Wiener Bierbrauer mussten daraufhin in der Waldviertler Brauerinnung ihre Prüfung ablegen. Neben Weitra sind auch in Schrems und Zwettl die allseits bekannten Waldviertler Bierbrauereien beheimatet.

Weiterführende Links:

>> Wanderwege im Waldviertel


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