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Bildung Text: Timotheus Torner

Raumfahrt-Kongress: "Planetary Congress" in Wien

Anlässlich des 25-Jährigen Jubiläums der „Austromir“ Weltraummission, gelang es Österreichs bis dato einzigen Kosmonauten Franz Viehböck, den Planetary Congress der Association of Space Explorers, nach Wien zu holen.

zwei Forscher im Astronautenanzug
© ÖWF/Paul Santek | Forscher bei der AMADEE-15 Simulation am Kaunertaler Gletscher im August 2015

An dem Kongress nehmen neben zahlreichen internationalen ExpertenInnen, auch über 400 RaumfahrerInnen aus über 37 Ländern teil. Somit bietet sich auch die einmalige Chance für österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen sich mit der internationalen Weltraum-Gemeinschaft vor Ort zu vernetzen.

Österreich eine „mittlere“ Weltraumnation

Jörg Leichtfried, seines Zeichens österreichischer Weltraumminister hat den Ehrenschutz für die einwöchige Veranstaltung mit dem Motto „Born to explore“ übernommen. Für Leichtfried, sonst wohl eher als Verkehrsminister bekannt, eine wunderbare Sache, übte der Weltraum auf den Bundesminister und bekennenden Star Wars – Fan, bereits seit seiner Kindheit eine große Faszination aus. Und so wird der Minister auch nicht müde, Österreich als Weltraumnation zu betiteln und verweist auf jeden noch so kleinen österreichischen Beitrag zu internationalen Projekten.

Größtes Projekt  ist derzeit die Trägerrakete Ariane 6, an deren Entwicklung sich Österreich mit mehr als 30 Millionen Euro beteiligt. Der Start der Rakete, die für den Transport von Satelliten verwendet  werden soll, ist für 2020 geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 4 Milliarden Euro.

70 Mio. in Raumfahrtforschung und -entwicklung

Tatsächlich fördert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, seit 2014 eben auch ganz offiziell Weltraumministerium, mit rund 70 Millionen Euro jährlich die Forschung und Entwicklung in den Bereichen Erdbeobachtung und Kommunikationsnetze im All, sowie für neue Technologien für Flugelektronik, Trägersysteme und Navigation für Satelliten.

Angesichts dessen, dass alleine schon vergleichbare Nationen wie zum Beispiel die Schweiz, ein mehr als doppelt so hohes, jährliches Budget für diesen Sektor zur Verfügung stellen, ist der Begriff Weltraumnation wohl ein bisschen zu hoch gegriffen. Weshalb vielleicht auch Weltraumminister Leichtfried, später Österreich nur mehr als „mittlere Weltraumnation“ bezeichnet.

zwei im Astronautenanzug und Sternenhimmel
© ÖWF/Paul Santek |

Wiener Weltraumarchitekten planen SHEE

Dennoch ist der Raumfahrtsektor in Österreich, ein nicht zu unterschätzender Sektor, der immerhin jährlich in etwa 125 Million Euro Umsatz erzielt und in dem in Summe rund 100 heimische Unternehmen tätig sind. Auch österreichische Forscher kommen immer wieder zu internationaler Anerkennung.

Die Beteiligung der Wiener Weltraumarchitekten beim Projekt SHEE „Self-deployable Habitat for Extreme Environments“, einem europäischen Weltraumsimulationshabitat, welches seit Anfang des Jahres an verschiedenen Orten getestet wird, war federführend und wurde ausdrücklich hervorgehoben. Die Förderung solcher Projekte und die Begeisterung bei der Jugend für den Weltraum zu wecken, ist eines der zentralen Ziele der KonferenzteilnehmerInnen.

Community Day

25 Jahre nachdem Franz Viehböck, der mit seinem Forschungsaufenthalt an Bord der russischen Raumstation MIR der am weitesten jemals gereiste Österreicher ist, ins All flog, liegt ihm besonders der für den 5.Oktober geplante Community Day am Herzen. Da werden die KonferenzteilnehmerInnen, österreichweit, an mehr als 100 Veranstaltungen an Schulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen teilnehmen und als Botschafter für Naturwissenschaften und Technik auftreten. Viehböck betont, dass es besonders wichtig ist bei Kindern die Begeisterung für die oft verschmähten  MINT-Fächer, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu wecken . Und das ginge halt am besten durch Menschen, die tagtäglich in diesen Feldern arbeiten.

Wie lange noch Franz Viehböck der einzige Österreicher bleiben wird der es ins All geschafft hat, darauf hatte keiner eine Antwort. Momentan sieht es nicht so aus, als dass demnächst wieder ein Österreicher oder eine Österreicherin  in den Weltraum starten wird.

Schade eigentlich, wenn man an die derzeitige Politik denkt, hätten doch gerade wir einige Kandidaten, die man am liebsten auf den Mond schießen würden.

Mehr dazu: 

http://ase2016.oewf.org/de/kongress/

Österreichisches Weltraumforum

Projekt SHEE: www.shee.eu

Liquifer Systems Group

TU Wien: Presseaussendung "Wie viel Architektur braucht man im All

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